Die maximale Arbeitszeit: 5 häufige Fehler


Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Deutschland wissen, dass es Regelungen für die maximale Arbeitszeit pro Tag und Woche gibt. Trotzdem gibt es einige Dinge, die man im Arbeitsalltag falsch machen kann.



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Wer ist verantwortlich für die Einhaltung der maximalen Arbeitszeit?

Verantwortlich für die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes ist der Arbeitgeber, denn er haftet bei Verstößen (§ 22 ArbZG). Er muss den Aufsichtsbehörden die Arbeitszeiten seiner Firma bei Nachfragen darlegen können. Dazu muss der Arbeitgeber Arbeitszeit aufzeichnen, die über die täglich zulässige hinausgeht (§ 16 ArbZG). Das Gesetz muss außerdem zur Einsicht für Mitarbeiter ausliegen.

In bestimmten Branchen muss Beginn, Ende und Dauer immer aufgezeichnet werden, zum Beispiel im Bau- oder Gaststättengewerbe; für Minijobber gilt die Aufzeichnungspflicht immer (§ 17 MiLoG). Im Gesetz sind maximale Arbeitszeiten, der Umgang mit Überstunden und die gesetzlichen Pausenzeiten genau festgehalten.

Verstößt ein Arbeitgeber gegen das Arbeitszeitgesetz, sind Bußgelder von bis zu 15.000 Euro fällig (§ 22 ArbZG).

Arbeitszeitmodelle wie Gleitzeit eignen sich besonders gut, um Plus- und Minusstunden aufzufangen. Arbeitnehmer bauen Überstunden selbstständig ab und können bei hohem Arbeitsaufkommen ohne Probleme die zusätzliche Zeit verfolgen.


5 Beispiele für Fehler bei der maximalen Arbeitszeit

1. Die Pause falsch aufgeteilt

Insgesamt war Tina 30 Minuten lang ausgeloggt. Nach spätestens sechs Arbeitsstunden muss sie auch 30 Minuten Pause machen. Teilt man diese Zeit allerdings auf zwei Pausen auf, müssen diese jeweils mindestens 15 Minuten lang sein. Tina hat also die maximale Arbeitszeit überschritten.
(§ 4 ArbZG)

Lösung:
Sie hätte ein Telefonat erst nach 15 Minuten annehmen dürfen, um später weitere 15 Minuten Pause zu machen. Oder sie hätte nach dem Telefonat 30 Minuten lang ausgeloggt sein müssen, um die gesetzlichen Pausenzeiten einzuhalten.


2. Die maximalen Wochenstunden überschritten

Philip hat die maximale Arbeitszeit pro Woche überschritten. Arbeitnehmer müssen eine Wochenarbeitszeit von 48 Stunden einhalten, höchstens 60 Stunden mit Überstunden. Das ergibt sich aus einer maximalen Arbeitszeit von acht regulären plus zwei Überstunden pro Tag für sechs Arbeitstage. Auch ein Abbau direkt danach ändert das nicht.
(§ 3 ArbZG)

Lösung:
Philips Arbeitgeber hätte die anfallende Arbeit auf mehrere Kollegen aufteilen oder sich eine Alternative einfallen lassen müssen. Zusätzlich zur täglichen Zeit müssen Chefs auch die wöchentliche Arbeitszeit im Auge behalten.


3. Bei zwei Arbeitgebern die gesetzliche Ruhezeit nicht eingehalten

Zwar hat Petra mit insgesamt acht Stunden nicht die maximale Arbeitszeit pro Tag überschritten. Trotzdem muss sie neben den Pausen während einer Arbeitszeit auch die Ruhezeit zwischen zwei Arbeitstagen einhalten. Diese beträgt mindestens elf Stunden, von denen Petra jeden Tag nur zehneinhalb bekommt. Bei Tätigkeiten für unterschiedliche Arbeitgeber müssen Arbeitnehmer die Ruhephase von einem Tag auf den anderen auch einhalten.
(ArbZG § 2 (1) und § 5)

Lösung:
Erfahren die Arbeitgeber jeweils vom anderen Job, sollten sie Petra auf das Arbeitszeitgesetz aufmerksam machen. Besonders einzuhaltende Ruhezeit und die maximale Arbeitszeit pro Tag und Woche spielen hier eine Rolle.


4. Die Sonn- und Feiertagsruhe nicht eingehalten

Markus hat unerlaubterweise am Sonntag gearbeitet. Die Wochenarbeitszeit von höchstens 48 Stunden wurde zwar eingehalten. Aber Arbeitnehmer dürfen nicht am Sonntag arbeiten. Es gibt Ausnahmen, bei denen bestimmte Branchen auch Sonntags arbeiten können (§ 10 ArbZG). Zu denen gehört Markus jedoch nicht.
(§ 9 ArbZG)

Lösung:
Der Arbeitgeber durfte Markus nicht am Sonntag noch einmal hinschicken. Stattdessen hätte er ihn oder einen anderen Kollegen am Samstag zu Ende arbeiten lassen können. Überstunden innerhalb der sechs Wochenarbeitstage sind bis zu einem gewissen Grad erlaubt.


5. Die Überstunden nicht rechtzeitig abgebaut

Mehrarbeit muss innerhalb von 24 Wochen beziehungsweise sechs Kalendermonaten wieder abgebaut sein. Auf einem speziellen Langzeitkonto für Mehrarbeit dürfte Jan Überstunden für längere Zeit aufbauen. Bei einem normalen Stundenkonto allerdings verstößt er so gegen das Gesetz.
(§ 3 ArbZG)

Lösung:
Das Ansammeln von Überstunden, ohne zwischendurch abzubauen, dürfte nur sechs Kalendermonate vor Jans Rückkehr von der Auszeit beginnen. Dabei muss er sich natürlich auch an die höchstzulässigen Überstunden halten. Arbeitgeber müssen das wissen und Jan darauf aufmerksam machen.


Kurz und knapp: Wie hoch ist die maximale Arbeitszeit?

  • Die maximale Arbeitszeit pro Tag beträgt acht Stunden plus zwei zulässige Überstunden. Insgesamt sind es also höchstens zehn Arbeitsstunden am Tag.

  • Die maximale Arbeitszeit pro Woche beträgt 48 Stunden plus zwölf Überstunden, also 60 Stunden insgesamt. Das leitet sich aus einer Sechs-Tage-Woche her, bei der jeden Tag höchstens zehn Stunden gearbeitet werden darf.

  • Nach sechs Arbeitsstunden müssen 30 Minuten Pause gemacht werden. Diese dürfen auf zwei Pausen á 15 Minuten aufgeteilt werden. Die Pausen dürfen jeweils nicht kürzer sein als vorgeschrieben. Nach neun Arbeitsstunden sind zusätzliche 15 Minuten Pause einzuhalten.

  • Überstunden müssen nach 24 Wochen oder sechs Kalendermonaten wieder abgebaut sein.

  • Die gesetzliche Ruhezeit zwischen zwei Arbeitstagen beträgt mindestens elf Stunden.

  • An Sonn- und Feiertagen darf nur in Ausnahmefällen gearbeitet werden.

Welche Ausnahmen vom Arbeitszeitgesetz gibt es?

Es gibt auch Ausnahmen, für die diese Regelungen nicht gelten. Bestimmte Personen oder Arbeitnehmer in bestimmten Situationen dürfen die maximale Arbeitszeit überschreiten. (§ 7, § 12 und § 18 ArbZG)

  • Sollte eine der Personen leitender Angestellter sein oder der Betriebsrat Mehrarbeit machen, gelten die Überstundenregelungen nicht.
  • Wenn die Existenz des Unternehmens bedroht ist und Mitarbeiter dies versuchen zu verhindern, liegt eine Ausnahmesituation vor. Das gilt natürlich auch, wenn Menschen gefährdet sind.
  • Außerdem können bei Tarifverträgen  abweichende Regelungen für die maximale Arbeitszeit und die Pausenzeiten greifen. Das ist oft in Pflegeberufen der Fall.
  • Jugendliche dürfen pro Tag nur acht Stunden arbeiten.
  • Schwangere und stillende Mütter dürfen keine Überstunden machen. Im Mutterschutz gilt sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt ein Beschäftigungsverbot.

Wie lässt sich die maximale Arbeitszeit einhalten?


Eine Arbeitszeiterfassung ist schon in vielen Unternehmen eingezogen. In einigen Branchen und bei Minijobbern ist sie sogar Pflicht. Bei einer solchen Software loggen sich die Mitarbeiter ein und aus, ähnlich einer Stempeluhr. Soll-Stunden können individuell eingestellt werden und das Stundenkonto eines Mitarbeiters zeigt Überstunden und Minusstunden genau auf. So kann ein Arbeitgeber direkt gegensteuern, wenn zu viele Stunden anfallen, als das Gesetz es erlaubt. Viele solcher Programme melden, wenn die maximale Arbeitszeit pro Tag überschritten wird. Informieren Sie sich über die Arbeitszeiterfassung mit clockodo!

Es lohnt sich also, das Arbeitszeitgesetz etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Die maximale Arbeitszeit ist dort exakt geregelt, genau wie der Umgang mit Mehrarbeit. Schreiben Arbeitnehmer ihre Stunden handschriftlich mit einem Stundenzettel oder digital auf, können sie selbst überprüfen, ob sie höchstzulässige Arbeitszeit einhalten. Eine Arbeitszeiterfassung kann der Arbeitgeber auch vertraglich oder in einer Betriebsvereinbarung festhalten. Sollten Mitarbeiter das Gesetz nicht einhalten, ist es Aufgabe des Arbeitgebers, darauf hinzuweisen und die richtige Einhaltung zu erklären.


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