Mehrarbeit


Definition: Was ist Mehrarbeit?

Im Arbeitszeitgesetz (ArbZG) ist Mehrarbeit definiert. Die Regelung besagt, dass all das Mehrarbeit ist, was über die tägliche Arbeitszeit von acht Stunden hinausgeht.

Unabhängig davon, wann ein Tag beginnt, beträgt die maximale Arbeitszeit am Tag acht Stunden. Bis zu zehn Stunden sind insgesamt erlaubt, jedoch nur im Durchschnitt. Bereits die erste Minute Arbeit nach den vorgegebenen acht Stunden ist Mehrarbeit im Sinne des Gesetzes.

Arbeitnehmer haben die Möglichkeit, ihre Stunden mit einem Arbeitszeitkonto aufzunehmen. Plus- und Minusstunden addieren sich automatisch und Mitarbeiter und Chef haben einen Überblick über die Gesamtzeit.


Mehrarbeit im Arbeitszeitgesetz

Höchstens acht Arbeitsstunden sind pro Tag vorgesehen. Das Arbeitszeitgesetz spricht von 48 Arbeitsstunden pro Woche, basierend auf einer Sechs-Tage-Woche. Umgerechnet auf fünf Tage pro Woche sind das 40 Stunden. In beiden Fällen handelt es sich um acht Stunden pro Tag, die vorgesehen sind. Zwei weitere Stunden täglich sind im Durchschnitt von sechs Monaten erlaubt.

Die Pausenregelung sieht innerhalb dieser Stunden festgelegte Unterbrechungen vor, die nicht zur Arbeitszeit gehören.

Angeordnete Mehrarbeit ist zulässig, wenn die Existenz des Unternehmens auf dem Spiel steht. Die Vermeidung von Personen- und Sachschäden sind begründete Ausnahmen. Andernfalls gibt es keinen Zwang, Überstunden zu machen. Eine schlechte Personalplanung oder spontane Aufträge sind keine berechtigten Gründe. Beschließen Mitarbeiter selbst, länger zu bleiben, vergütet der Arbeitgeber die zusätzliche Zeit nur, wenn er sie genehmigt oder stillschweigend hinnimmt.

Die Arbeitsstunden an einem Tag gelten auch bei mehreren Arbeitgebern. Arbeitet ein Angestellter für zwei Unternehmen, zählt er seine Stunden zusammen. Acht Stunden Regelarbeitszeit und zwei extra Stunden Mehrarbeit sind insgesamt die Höchstgrenze. Zusätzlich gilt eine gesetzliche Ruhepause von elf Stunden zwischen zwei Arbeitstagen.


Wie viel Mehrarbeit ist erlaubt?

Da insgesamt bis zu zehn Stunden pro Tag in Ordnung sind, macht das zwei Stunden Mehrarbeit täglich. Innerhalb von sechs Monaten beziehungsweise 24 Wochen sind die acht Stunden Höchstzeit im Durchschnitt einzuhalten. Das bedeutet, in dieser Gesamtzeit sind die Stunden Mehrarbeit gleich null. Das gewährleistet ein Überstundenabbau, bei dem Mitarbeiter bezahlt zu Hause bleiben. Spätestens kurz bevor sechs Monate um sind steht der Abbau von Überstunden aus den letzten sechs Monaten an.

Beispiel:

Ein Arbeitnehmer in Vollzeit baut in zwölf Wochen die höchstmögliche Zahl an Überstunden auf: sechs Wochentage mal zwölf Wochen mal zwei Stunden Mehrarbeit pro Tag gleich 144 Stunden. Nun hat er noch zwölf Wochen Zeit, diese abzubauen, damit er innerhalb von 24 Wochen bei acht Stunden bleibt. In Absprache mit dem Chef bleibt er die folgenden Wochen nur sechs Stunden pro Tag. Oder er bleibt an den nächsten 18 Arbeitstagen zu Hause und baut alles auf einmal ab.

Der Arbeitgeber ist berechtigt, Überstundenabbau anzuordnen. Das persönliche Interesse des Mitarbeiters spielt eine Rolle, der Chef aber entscheidet.

In einem Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung sind andere Regelungen für Mehrarbeit möglich. Diese fallen dann in jedem Fall besser für die Arbeitnehmer aus als das Gesetz.

Ausgenommen vom Arbeitszeitgesetz, das die Mehrarbeit regelt, sind bestimmte Arbeitnehmer. Darunter fallen leitende Angestellte und Mitarbeiter, die Personal einstellen und kündigen dürfen. Ebenfalls ausgenommen sind Chefärzte und Personen, die mit ihnen anvertrauten Bedürftigen in einem Haushalt leben.


Mehrarbeit bei Teilzeit

Alles, was über die vertraglich geregelte Arbeitszeit eines Mitarbeiters hinausgeht, sind Überstunden. Dabei spielt es keine Rolle, wie viele Stunden genau im Arbeitsvertrag stehen, ob 40, 20 oder zehn Arbeitsstunden wöchentlich.

Selbst wenn ein Arbeitnehmer die acht Stunden Höchstarbeitszeit noch nicht erreicht hat, jedoch seine Stunden laut Vertrag, sind das Überstunden. Es ist nicht gegen das Gesetz, den Mitarbeiter weiter arbeiten zu lassen. Die Überstunden vergütet der Arbeitgeber dennoch.

Beispiel:

Ein Mitarbeiter arbeitet laut Arbeitsvertrag 20 Stunden die Woche. Von Montag bis Donnerstag macht er täglich vier Stunden. Am Freitag bittet ihn sein Chef, eine Stunde länger zu bleiben. Der Angestellte willigt ein und arbeitet fünf Stunden. Von der maximalen Zeit von acht Stunden ist er noch drei Stunden entfernt. Dennoch hat er eine Stunde Plus gemacht. Sein Chef erlaubt ihm, an einem anderen Tag früher zu gehen, oder vergütet die Stunde mit dem normalen Stundenlohn des Mitarbeiters bei der nächsten Abrechnung.


Wie sieht die Vergütung von Überstunden aus?

Überstunden leistet ein Arbeitnehmer nicht umsonst. Der Arbeitgeber vergütet sie, indem er den Mitarbeiter explizit dafür bezahlt oder einen Freizeitausgleich gewährt.

Die Vergütung durch Geld ist dem normalen Lohn gleichgestellt. Das heißt, für eine Überstunde bekommt der Angestellte dasselbe Geld wie für eine normale Arbeitsstunde. Der Lohn für diese ist ganz normal zu versteuern. Die Mehrarbeitsvergütung ist auch als Gewährung von freier Zeit möglich. Hier gilt das Gleiche: Eine Stunde Mehrarbeit entspricht einer Stunde Freizeit an anderer Stelle. Arbeitgeber haben die Möglichkeit, einen Zuschlag für Überstunden zu zahlen.

Eine automatische Abgeltung von Mehrarbeit mit dem Gehalt ist zulässig, wenn die Höhe der Überstunden beziffert ist. Das gilt, wenn die Zahl der zusätzlichen Stunden verhältnismäßig ist und nicht unannehmbar hoch.

Beispiel:

Ein Arbeitgeber stellt einen neuen Mitarbeiter ein. Im Arbeitsvertrag steht: „Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten." Das ist unzulässig. Der Arbeitnehmer weiß nicht, worauf er sich einlässt, und hat keine Möglichkeit, den Aufwand einzuschätzen. Die Aussage „Pro Woche sind zwei Überstunden mit dem Gehalt abgegolten“ ist in Ordnung, wenn die monatliche Bezahlung inklusive der Überstunden nicht unangemessen ist oder gar unter dem Mindestlohn liegt.


Wer darf keine Mehrarbeit machen?

Schwangere und stillende Mütter sind von Überstunden ausgenommen. Ihre maximale tägliche Arbeitszeit beträgt achteinhalb Stunden. Innerhalb von zwei Wochen sind es 90 Stunden. Nachtarbeit zwischen 20 und sechs Uhr ist ihnen nicht erlaubt, genauso Sonn- und Feiertagsarbeit. Im Mutterschutz gibt es noch weitere Sonderregelungen rund um die Arbeit.

Jugendliche leisten keine Mehrarbeit. Täglich arbeiten sie höchstens acht Stunden, wöchentlich höchstens 40.

Arbeitnehmer, die den Mindestlohn bekommen, achten besonders auf ihre Stunden. Haben sie zum Zeitpunkt der Lohnzahlung Überstunden auf dem Konto, die der Arbeitnehmer nicht auszahlt, geraten sie im Durchschnitt unter den Mindestlohn pro Stunde.

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