Teilzeit

Kurz und knapp: Teilzeit

  • Teilzeit bedeutet, weniger Stunden zu arbeiten als eine vergleichbare Vollzeitkraft.
  • Teilzeitmitarbeiter arbeiten täglich weniger oder sie kommen weniger Tage pro Woche.
  • Unter bestimmten Voraussetzungen haben Arbeitnehmer einen Anspruch auf eine Teilzeitstelle.
  • Brückenteilzeit ist eine befristete Form der Teilzeit, die weitere Voraussetzungen hat.
  • Der persönliche Urlaubsanspruch errechnet sich aus der Anzahl der Wochenarbeitstage, nicht aus den täglichen Stunden.

Für Mitarbeiter in Teilzeit gilt das Arbeitszeitgesetz ebenso wie für Vollzeitstellen. In clockodo stellen Sie die Soll-Stunden für jeden Angestellten individuell ein. Probieren Sie es aus!


Alles rund um Teilzeit


Was bedeutet Teilzeit?

Ein Irrtum ist, dass Teilzeit immer die Hälfte der normalen Arbeitszeit ist. Zwar arbeiten viele Menschen 20 Stunden die Woche. Unter Teilzeit versteht das Gesetz aber jede Vereinbarung, die weniger Arbeitszeit vorsieht als eine Vollzeitstelle.

Dazu zieht der Arbeitgeber die normale Stundenzahl eines Mitarbeiters in seinem Unternehmen zu Rate, der eine gleiche oder vergleichbare Arbeit macht. Arbeitet zum Beispiel die vorhandene Supportkraft 40 Stunden die Woche, sind 35 Stunden im Support bereits Teilzeit. Die persönliche Anzahl der Stunden steht im Arbeitsvertrag.

Eine geringfügige Beschäftigung, auch Minijob oder 450-Euro-Job, ist immer eine Teilzeitstelle.

Die Gründe, warum Arbeitnehmer in Teilzeit gehen möchten, sind unterschiedlich. Häufig kümmern sich Elternteile um minderjährige Kinder oder Menschen pflegen Familienangehörige. Mehr Freizeit für Hobbys ist ein anderer Grund, genauso gesundheitliche Gründe.


Wie viele Stunden beinhaltet ein Teilzeitjob?

Da eine Teilzeitstelle in Relation zu einer Vollzeitstelle steht, ist die Frage nach der Stundenanzahl nicht pauschal zu beantworten. Laut Gesetz liegt Teilzeit vor, wenn die Arbeitsstunden pro Woche weniger sind als bei einer Vollzeitstelle. Diese volle Stelle zum Vergleich muss im selben Unternehmen und von der Arbeit her vergleichbar sein. Arbeiten alle Angestellten normalerweise 40 Stunden, sind 39 Stunden theoretisch bereits eine Teilzeitstelle.

Deswegen gibt es den Begriff vollzeitnahe Teilzeit, der allgemein eine Teilzeitstelle mit 30 oder mehr Stunden pro Woche beschreibt.


Gibt es einen Anspruch auf Teilzeit?

Es gibt einen Anspruch auf Teilzeit. Diesen hat jeder Angestellte, der bestimmte Voraussetzungen erfüllt:

  • Er arbeitet seit mehr als sechs Monaten in seiner Firma.
  • Die Firma hat mehr als 15 Angestellte.
  • Er beantragt die Verringerung der Stunden schriftlich mit gewünschtem Beginn und Stundenanzahl.
  • Es sprechen keine dringenden betrieblichen Gründe dagegen.

Mitarbeiter und Vorgesetzter handeln eine Stundenzahl aus, sodass beide damit einverstanden sind.

Ein Arbeitgeber darf den Antrag nur ablehnen, wenn dringende Gründe dagegensprechen und der Betrieb gefährdet ist. Bevor eine Firma allerdings gefährdet ist, sind auch Umstrukturierungen zumutbar. Die Gründe überbringt der Arbeitgeber dem Antragsteller schriftlich.

Elternteilzeit

Für Elternteilzeit im Anschluss an den Mutterschutz gelten dieselben Regeln. Außerdem liegt die Anzahl der Stunden zwingend zwischen 15 und 30 Stunden. Eine Elternteilzeit dauert mindestens zwei Monate. Den Antrag stellen Mütter und Väter sieben Wochen vorher (bis zum dritten Geburtstag des Kindes) beziehungsweise 13 Wochen vorher (bis zum achten Geburtstag des Kindes).


Worauf achten Arbeitgeber bei Teilzeit?

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Welche Teilzeit-Modelle gibt es?

Wer in Teilzeit arbeiten möchte, hat verschiedene Möglichkeiten.

Tägliche Arbeitszeit reduzieren

Statt acht Stunden jeden Tag nur noch sechs oder vier Stunden arbeiten. Das schafft Freiraum für tägliche Arbeiten und Hobbys.

Arbeitstage reduzieren

Ein anderes Modell ist, statt fünf Tage die Woche drei oder vier zu arbeiten. So entsteht ein ganzer Tag Freizeit, zum Beispiel für eine Nebentätigkeit.

Saisonteilzeit

Einige Betriebe, wie solche aus der Tourismusbranche, sind saisonabhängig. Firmen können Arbeitnehmer flexibel einstellen und übers Jahr hinweg mal Vollzeit, mal Freizeit anbieten.

Jobsharing

Ein Arbeitszeitmodell ist das Teilen einer Vollzeitstelle in zwei Teilzeitstellen. Zwei Menschen arbeiten gemeinsam wie eine Vollzeitkraft. Die Arbeitnehmer haben mehr Freizeit, der Arbeitgeber hat einen kompletten Arbeitsplatz besetzt.

2/3 arbeiten, 1/3 frei

Häufiger gibt es auch Regelungen, die längere Freizeit-Zeiträume ermöglichen. Arbeitgeber können mit dem Mitarbeiter ausmachen, dass nur zwei Drittel des Gehalts bekommt, aber in Vollzeit arbeitet. Das macht der Arbeitnehmer zwei Jahre lang, im dritten Jahr ist er für dasselbe Gehalt komplett freigestellt.


Was ist Brückenteilzeit?

Seit Januar 2019 gibt es die Brückenteilzeit. Es handelt sich dabei um eine befristete Verringerung der Arbeitsstunden. Arbeitnehmer haben einen Anspruch auf diese Teilzeit, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie arbeiten seit mehr als sechs Monaten in ihrem Betrieb.
  • Die Firma hat mehr als 45 Mitarbeiter.
  • Drei Monate vor Beginn der Brückenteilzeit stellen sie einen schriftlichen Antrag dazu.
  • Sie planen diese Teilzeit für einen Zeitraum von einem bis fünf Jahren.

Arbeitgeber haben die Möglichkeit, Anträge auf Brückenteilzeit abzulehnen. Dazu sind dringende betriebliche Gründe erforderlich. Vorgesetzte haben jedoch nur die Pflicht, einem Antrag pro angefangenen 15 Mitarbeitern im Unternehmen zuzustimmen.


Hat Teilzeit Auswirkungen auf den Urlaubsanspruch?

Jein. Der Urlaubsanspruch errechnet sich aus der Anzahl der Tage, die ein Arbeitnehmer pro Woche arbeitet. Die Stundenzahl pro Tag hat keine Auswirkungen darauf. Pro Wochenarbeitstag gibt es mindestens vier Urlaubstage im Jahr. Für die normale Woche mit fünf Arbeitstagen bedeutet das einen gesetzlichen Anspruch von mindestens 20 Tagen.

Arbeitet eine Teilzeitkraft fünf Mal die Woche für vier Stunden, bekommt sie genau wie Vollzeitkräfte mindestens 20 Tage. Reduziert ein Arbeitnehmer die Anzahl der Tage, reduziert sich auch der gesetzliche Urlaubsanspruch. Für eine Dreitagewoche zum Beispiel gibt es zwölf Urlaubstage im Jahr.


Teilzeitstellen: Die Vorteile und Nachteile

Vorteile für Arbeitgeber

  • Die Mitarbeiter sind produktiver, weil sie mehr Zeit zur Erholung haben.
  • Durch längere Ruhephasen fallen weniger Krankheitstage an.
  • Einige Modelle bieten flexiblen Personaleinsatz, zum Beispiel für Randzeiten und Hochsaison.
  • Eine Teilzeitkraft ist günstiger als eine Vollzeitkraft.

Vorteile für Arbeitnehmer

  • Teilzeitangestellte vereinen den Beruf einfacher mit ihrem Privatleben.
  • Teilzeit lässt Raum für eine zusätzliche Selbstständigkeit.
  • Es gibt mehr Zeit für Weiterbildungen.
  • Die gewonnene Freizeit dient der Erholung und motiviert.

Nachteile Arbeitgeber

  • Bei einer Teilzeitstelle steht weniger Arbeitskraft zur Verfügung als bei einer Vollzeitstelle.
  • Zwei Teilzeitstellen ergeben den doppelten organisatorischen Aufwand einer Vollzeitstelle.

Nachteile für Arbeitnehmer

  • Arbeitnehmer in Teilzeit bekommen weniger Gehalt, inklusive Weihnachts- und Urlaubsgeld.
  • Dadurch schmälern sich Ansprüche auf Rente und Arbeitslosengeld.
  • Es besteht kein Anspruch auf Erhöhung der Arbeitszeit.
  • Vollzeitkräfte steigen häufiger auf.

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