Urlaubsanspruch


Urlaubsanspruch Definition

Urlaubsanspruch ist eine gesetzlich vorgegebene Mindestanzahl an Tagen, an denen Arbeitnehmer Urlaub haben. An diesen Tagen bleiben Mitarbeiter der Arbeit fern. Der individuelle Urlaub steht im Arbeitsvertrag oder in einem Tarifvertrag.


Der gesetzliche Urlaubsanspruch

Jeder Arbeitnehmer darf und muss seinen Urlaub wahrnehmen. Das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) regelt den allgemeinen, grundsätzlichen Urlaubsanspruch. In diesem sind die Mindestanforderungen des Urlaubsanspruches festgehalten. Darüber hinaus gelten Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen und individuelle Arbeitsverträge, die oftmals deutlich längeren Urlaub vorsehen. Eine negative Abweichung vom BUrlG ist hierin nicht zulässig. Der Anspruch gilt jeweils für ein Kalenderjahr.

  • Generell gilt für alle Arbeitnehmer ein Recht auf Urlaub (§ 1 BUrlG). Das gilt auf für Minijobs.

  • Ihren Urlaubsanspruch berechnen Arbeitnehmer anhand ihrer Arbeitstage pro Woche. Bei einer Sechs-Tage-Arbeitswoche sind dies 24 gesetzliche Urlaubstage (§ 3 BUrlG), bei einer Fünf-Tage-Arbeitswoche 20 Urlaubstage, bei einer Vier-Tage-Arbeitswoche 16 Urlaubstage und so weiter. So stehen jedem Arbeitnehmer insgesamt vier Wochen Urlaub im Jahr zu.

  • Die tägliche Arbeitszeit spielt hierbei keine Rolle, sondern allein die Anzahl der Arbeitstage pro Woche. Der Urlaubsanspruch in Teilzeit ändert sich nicht. Sonntage und gesetzliche Feiertage fließen nicht in die Urlaubsplanung ein.

  • Ein Anspruch auf den vollen Jahresurlaub besteht erstmalig nach einem halben Jahr Betriebszugehörigkeit (§ 4 BUrlG). Vorher gibt es für jeden vollen Arbeitsmonat ein Zwölftel der Jahressumme (§ 5 BUrlG). Das schließt eine Probezeit mit ein.

  • Sollte der Arbeitnehmer im Urlaub erkranken, darf der Arbeitgeber die verloren gegangenen Urlaubstage gutschreiben. Dazu brauchen Arbeitnehmer ein ärztliches Attest (§ 9 BUrlG).

  • Nimmt ein Arbeitnehmer Elternzeit, zählt diese zum Jahresurlaub dazu. Jeder volle genommene Kalendermonat verkürzt den Urlaub um ein Zwölftel des Gesamtanspruchs.

  • Wechselt ein Arbeitnehmer während eines Jahres das Unternehmen, bleibt der Anspruch wie zuvor. Bereits genommenen Urlaub bekommt er nicht zurück. Arbeitgeber sind verpflichtet, dem Angestellten eine Bescheinigung ausfüllen, wie viel Urlaub dieser genommen hat. Auch ausbezahlte Tage stehen dort.

  • Wenn Arbeitgeber oder -nehmer den Urlaubsanspruch berechnen, runden sie Urlaubstage über 0,5 auf einen ganzen Tag auf.

Der Arbeitgeber muss den Wunschzeitpunkt genehmigen

Äußern Mitarbeiter Urlaubswünsche für einen Zeitraum, muss der Arbeitgeber dies berücksichtigen. Lediglich „dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer“ (BurlG § 7) sind ein Grund, den Wunschtermin zu verbieten. Ansonsten obliegt die Urlaubsplanung zunächst dem Arbeitnehmer, was den Zeitpunkt betrifft.

Die Länge ist in diesem Paragraphen ebenfalls gesetzlich festgehalten. Arbeitgeber müssen Urlaubstage zusammenhängend gewähren. Ist das aus betrieblichen Gründen nicht möglich, sind es laut Urlaubsgesetz mindestens zwölf zusammenhängende Urlaubstage im Jahr. Das gilt für Mitarbeiter, die mindestens auf zwölf Tage Urlaubsanspruch haben.


Darf ein Arbeitgeber Urlaub verweigern?

Arbeitnehmer haben Recht auf Urlaub. Bestehen dringende betriebliche Belange, kann der Arbeitgeber den Urlaub verschieben (§ 7 BurlG). Komplett verweigern darf ihn der Arbeitgeber nicht.


Sonderregelungen beim Urlaubsanspruch

Vor allem für Jugendliche und Schwerbehinderte gelten Sonderregelungen bei der Berechnung des Urlaubsanspruches. Schwerbehinderte Arbeitnehmer erhalten beispielsweise fünf zusätzliche gesetzliche Urlaubstage pro Jahr (§ 208 SGB IX). Bei Jugendlichen sind die Urlaubstage nach Alter gestaffelt. So stehen ihnen, je nach Alter, 25 bis 30 gesetzliche Urlaubstage zu.


Urlaubsanspruch berechnen bei Kündigung

Wird das Arbeitsverhältnis in der ersten Hälfte des Jahres beendet, gibt es hier pro Monat ein Zwölftel des Gesamtanspruches. Wurde bereits mehr Urlaub genommen, als dem Mitarbeiter noch zustünde, kann der Arbeitgeber nichts machen.

Hat der Arbeitnehmer seinen Urlaub bei einer Kündigung noch nicht genommen, muss er die Tage noch beanspruchen. Ist dazu keine Zeit mehr, muss der Arbeitgeber die restlichen Urlaubstage abgelten (§ 7 BurlG).


Urlaubsanspruch in Österreich und der Schweiz

Der gesetzlich geregelte Urlaubsanspruch in Österreich beläuft sich laut Urlaubsgesetz auf fünf Wochen pro Jahr. In der Schweiz laut Schweizer Gesetzgebung auf vier Wochen pro Jahr.