Grundlagen: Was bedeutet Kapazitätsplanung konkret?
Kapazitätsplanung bezeichnet den Prozess, die real verfügbare Arbeitskraft dem erwarteten Projektvolumen gegenüberzustellen. Das Ziel ist es, Engpässe frühzeitig zu erkennen und weder in Überlast noch in Leerlauf zu geraten.
Dafür müssen Sie drei Ebenen klar voneinander trennen:
1. Theoretische Kapazität Das ist die reine Vertragsarbeitszeit, zum Beispiel 40 Stunden pro Woche pro Mitarbeiter.
2. Verfügbare Kapazität Die theoretische Zeit abzüglich Urlaub, Feiertagen und Krankheitstagen.
3. Produktive Kapazität Die tatsächlich projektfähige Zeit. Hier ziehen Sie alle internen Aufwände ab: Meetings, Verwaltungsaufgaben, Weiterbildungen, interne Kommunikation.
Wer diese drei Ebenen nicht trennt, plant automatisch am Limit und wundert sich anschließend, warum das Team trotzdem überarbeitet ist.
Der entscheidende Unterschied: Vertragszeit vs. produktive Zeit
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Teamleader mit 40 Vertragsstunden verbringt 15 Stunden wöchentlich in internen Abstimmungen und Führungsaufgaben. Seine tatsächlich verfügbare Projektzeit beträgt damit nur 25 Stunden. Wer ihn trotzdem mit 40 Stunden Projektarbeit verplant, hat bereits zu Beginn ein Problem, das sich zwangsläufig zuspitzt.