Was sind die wahren Kosten ineffizienter Beratungsprojekte?
Im Beratungsalltag summieren sich viele kleine Aufwände, die zunächst kaum auffallen, langfristig aber erhebliche Auswirkungen auf Budget und Profitabilität haben. Besonders kritisch wird es, wenn Zeiten nicht konsequent erfasst oder Projektaufwände nicht regelmäßig überprüft werden.
1. Scope Creep ohne saubere Nachverfolgung
Der Kunde wünscht sich „kurz noch" eine zusätzliche Analyse, ein weiteres Workshop-Thema oder eine überarbeitete Präsentation. Jede einzelne Anfrage wirkt harmlos. In der Summe entstehen daraus schnell zehn, zwanzig oder mehr unbezahlte, nicht dokumentierte Stunden.
Ohne lückenlose Projektzeiterfassung fehlt die Grundlage, um Mehraufwand gegenüber dem Kunden transparent zu machen und nachzuverhandeln.
2. Projektzeiten werden verspätet oder gar nicht erfasst
Wer Zeiten erst am Wochenende oder am Monatsende nachträglich einträgt, erfasst nur noch das, woran er sich erinnert, und das ist selten alles. Kurze Telefonate, schnelle Abstimmungen, das Nacharbeiten eines Konzepts nach Kundenfeedback: Diese Zeiten verschwinden im Alltag, obwohl sie echten Aufwand darstellen.
3. Fixpreise ohne laufende Aufwandskontrolle
Festpreisprojekte geben Kunden Planungssicherheit. Für Beratungsunternehmen können sie allerdings zur Kostenfalle werden. Wenn der tatsächliche Aufwand nicht kontinuierlich gegen das Budget gespiegelt wird, merkt man erst am Ende, dass das Projekt längst in die Verlustzone gerutscht ist. Dann ist es zu spät zum Gegensteuern.
4. Reisekosten werden nicht vollständig berücksichtigt
Reisen zu Kunden gehören im Consulting zum Alltag. Fahrtzeiten, Übernachtungen und Nebenkosten werden häufig pauschal oder gar nicht in der Projektkalkulation erfasst. Besonders bei Projekten mit häufigem Vor-Ort-Einsatz können diese Posten schnell mehrere hundert bis tausend Euro pro Monat ausmachen, ohne dass sie jemand dem Projekt zuordnet.
5. Keine Trennung von abrechenbaren und internen Zeiten
Nicht jede Stunde, die ein Consultant für ein Projekt aufwendet, ist auch abrechenbar. Interne Abstimmungen, Qualitätssicherung, Angebotsvorbereitung: Diese Zeiten entstehen, werden aber oft nicht sauber vom abrechenbaren Aufwand getrennt. Das verzerrt die Kalkulation und führt zu falschen Schlüssen über die tatsächliche Projektmarge.