Die Grundformel: So berechnen Sie Ihren Stundensatz als Architekt
Um den Stundensatz als Architekt seriös zu berechnen, benötigen Sie eine klare betriebswirtschaftliche Formel. Diese teilt Ihre gesamten jährlichen Kosten durch die Stunden, die Sie tatsächlich an Ihre Bauherren verrechnen können. Die folgenden vier Schritte führen Sie sicher zum Ergebnis.
Schritt 1: Jahreskosten ermitteln
Im ersten Schritt müssen Sie alle Kosten zusammentragen, die im Laufe eines Jahres anfallen. Dazu gehören das gewünschte Geschäftsführergehalt, die Personalkosten für alle Mitarbeiter, Raumkosten, Marketing, Abschreibungen auf Büroausstattung sowie Kosten für IT und Lizenzen. Rechnen Sie hierbei großzügig und lassen Sie keine versteckten Kostenpunkte aus.
Schritt 2: Abrechenbare Stunden realistisch berechnen
Ein Jahr hat rund 250 potenzielle Arbeitstage von Montag bis Freitag. Ziehen Sie zunächst Feiertage, Urlaub und Krankheitstage ab, bleiben meist nur etwa 200 bis 215 tatsächliche Arbeitstage übrig. Von den Stunden, die Sie dann am Schreibtisch verbringen, gehen noch jene Zeiten ab, in denen Sie nicht an Projekten arbeiten. Übrig bleiben die tatsächlich abrechenbaren Stunden, in der Regel nur rund 60 bis 65 Prozent der Bruttoarbeitszeit.
Schritt 3: Gewinnmarge einkalkulieren
Um Rücklagen für wirtschaftlich schwache Phasen zu bilden und in das Unternehmen investieren zu können, müssen Sie einen Gewinnaufschlag einrechnen. Dieser sollte je nach Marktlage und Spezialisierung zwischen 10 und 20 Prozent auf Ihre Selbstkosten betragen.
Schritt 4: Den Stundensatz als Architekt berechnen und prüfen
Teilen Sie nun die Gesamtkosten inklusive Gewinnmarge durch die abrechenbaren Stunden. Das Ergebnis ist Ihr minimaler Netto-Stundensatz.
Ein einfaches Rechenbeispiel verdeutlicht den Effekt: Liegen Ihre Jahresgesamtkosten inklusive Gewinnmarge bei 150.000 Euro und können Sie davon 1.000 Stunden im Jahr abrechnen, ergibt sich ein Mindest-Stundensatz von 150 Euro. Sinken die abrechenbaren Stunden auf 800, steigt der notwendige Satz bereits auf knapp 188 Euro.
Das zeigt, wie stark die Zahl der abrechenbaren Stunden Ihr Ergebnis bestimmt. Zusätzlich können sich Stundensätze regional unterscheiden, etwa aufgrund unterschiedlicher Lebenshaltungs-, Miet- und Bürokosten. Solche regionalen Faktoren können bei der Orientierung am Markt berücksichtigt werden. Entscheidend für Ihre Kalkulation bleiben jedoch die individuelle Kostenstruktur und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Ihres Architekturbüros.