Stundensatz als Architekt berechnen: So ermitteln Sie, was Ihre Arbeit wirklich kostet

Architekt bei der Kalkulation an einem Schreibtisch mit Bauplänen und Architekturmodell, im Hintergrund besprechen zwei Kolleginnen einen Entwurf. KI-generiertes Bild
Aktualisiert am 25. August 2026
Autorin Kati
Geschrieben von Katharina Jaretzke

Viele Architekturbüros leisten hervorragende Arbeit, kalkulieren ihren eigenen Stundensatz jedoch zu knapp. Die Folge: Der Umsatz stimmt, die Marge nicht. In diesem Praxisguide erfahren Sie, wie Sie Ihren Stundensatz als Architekt realistisch berechnen, Kosten und unproduktive Zeiten berücksichtigen und Ihre Leistungen profitabel kalkulieren.

Stundensatz als Architekt berechnen: Das Wichtigste in Kürze

  • Realistische Daten statt Bauchgefühl: Ein kostendeckender Stundensatz basiert auf harten Zahlen zu Jahreskosten und tatsächlich abrechenbaren Stunden.
  • Leerkosten einplanen: Akquise, Verwaltung und Weiterbildung fressen Zeit, die nicht direkt in Rechnung gestellt werden kann und vom Stundensatz getragen werden muss.
  • Gemeinkosten umlegen: Indirekte Kosten wie Miete, Versicherungen und Verwaltung gehören über einen Zuschlag auf jede Projektstunde.
  • Gewinnmarge nicht vergessen: Erst ein Aufschlag für unternehmerisches Risiko sichert Rücklagen und Investitionen.
  • Zeiterfassung als Pflicht und Grundlage: Ohne exakte Arbeits- und Projektzeiterfassung bleibt jede Nachkalkulation reine Schätzung.

Warum viele Architekten mit ihrem Stundensatz unter Wert arbeiten

Bei der Kalkulation des eigenen Stundensatzes stehen Architekturbüros vor einer wichtigen wirtschaftlichen Herausforderung: Einerseits muss der Stundensatz laufende Kosten, Verantwortung und den tatsächlichen Arbeitsaufwand angemessen abdecken, andererseits soll er im Wettbewerb um attraktive Aufträge bestehen. Dabei kann es verlockend sein, bei der Kalkulation eher knapp anzusetzen. Wird der Stundensatz jedoch dauerhaft zu niedrig kalkuliert, können selbst eine gute Auslastung und volle Auftragsbücher zulasten der Rentabilität gehen.

Der Unterschied zwischen Stundensatz und tatsächlichem Verdienst

Ein häufiger Trugschluss ist die Annahme, dass der berechnete Stundensatz dem eigenen Verdienst entspricht. Wenn Sie netto 90 Euro pro Stunde abrechnen, landen diese 90 Euro nicht auf Ihrem privaten Konto. Davon gehen Steuern, Versicherungen, Büromieten, Softwarelizenzen und die Gehälter der Mitarbeiter ab. Der tatsächliche Verdienst ist nur der Bruchteil, der nach Abzug aller laufenden Kosten und Steuern als Gewinn im Unternehmen verbleibt.

Typische Fehler bei der Honorarkalkulation als Architekt

Viele Büros haben keine strukturierte Methode zur Überprüfung ihrer Zahlen. Ein klassischer Fehler ist das Ignorieren von unproduktiven Zeiten, denn Architekten gehen oft fälschlicherweise davon aus, dass sie acht Stunden am Tag abrechnen können. Ein weiterer Fehler ist das blinde Kopieren von Branchenwerten, ohne die individuellen Bürokosten zu kennen. Zudem wird häufig vergessen, einen angemessenen Gewinnaufschlag für das unternehmerische Risiko einzukalkulieren.

Die Grundformel: So berechnen Sie Ihren Stundensatz als Architekt

Um den Stundensatz als Architekt seriös zu berechnen, benötigen Sie eine klare betriebswirtschaftliche Formel. Diese teilt Ihre gesamten jährlichen Kosten durch die Stunden, die Sie tatsächlich an Ihre Bauherren verrechnen können. Die folgenden vier Schritte führen Sie sicher zum Ergebnis.

Schritt 1: Jahreskosten ermitteln

Im ersten Schritt müssen Sie alle Kosten zusammentragen, die im Laufe eines Jahres anfallen. Dazu gehören das gewünschte Geschäftsführergehalt, die Personalkosten für alle Mitarbeiter, Raumkosten, Marketing, Abschreibungen auf Büroausstattung sowie Kosten für IT und Lizenzen. Rechnen Sie hierbei großzügig und lassen Sie keine versteckten Kostenpunkte aus.

Schritt 2: Abrechenbare Stunden realistisch berechnen

Ein Jahr hat rund 250 potenzielle Arbeitstage von Montag bis Freitag. Ziehen Sie zunächst Feiertage, Urlaub und Krankheitstage ab, bleiben meist nur etwa 200 bis 215 tatsächliche Arbeitstage übrig. Von den Stunden, die Sie dann am Schreibtisch verbringen, gehen noch jene Zeiten ab, in denen Sie nicht an Projekten arbeiten. Übrig bleiben die tatsächlich abrechenbaren Stunden, in der Regel nur rund 60 bis 65 Prozent der Bruttoarbeitszeit.

Schritt 3: Gewinnmarge einkalkulieren

Um Rücklagen für wirtschaftlich schwache Phasen zu bilden und in das Unternehmen investieren zu können, müssen Sie einen Gewinnaufschlag einrechnen. Dieser sollte je nach Marktlage und Spezialisierung zwischen 10 und 20 Prozent auf Ihre Selbstkosten betragen.

Schritt 4: Den Stundensatz als Architekt berechnen und prüfen

Teilen Sie nun die Gesamtkosten inklusive Gewinnmarge durch die abrechenbaren Stunden. Das Ergebnis ist Ihr minimaler Netto-Stundensatz. 

Ein einfaches Rechenbeispiel verdeutlicht den Effekt: Liegen Ihre Jahresgesamtkosten inklusive Gewinnmarge bei 150.000 Euro und können Sie davon 1.000 Stunden im Jahr abrechnen, ergibt sich ein Mindest-Stundensatz von 150 Euro. Sinken die abrechenbaren Stunden auf 800, steigt der notwendige Satz bereits auf knapp 188 Euro. 

Das zeigt, wie stark die Zahl der abrechenbaren Stunden Ihr Ergebnis bestimmt. Zusätzlich können sich Stundensätze regional unterscheiden, etwa aufgrund unterschiedlicher Lebenshaltungs-, Miet- und Bürokosten. Solche regionalen Faktoren können bei der Orientierung am Markt berücksichtigt werden. Entscheidend für Ihre Kalkulation bleiben jedoch die individuelle Kostenstruktur und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Ihres Architekturbüros.

Gemeinkosten eines Architekturbüros richtig erfassen

Gemeinkosten sind der Teil der Kosten, der nicht direkt einem Projekt zugeordnet werden kann, aber trotzdem anfällt. Um die Gemeinkosten des Architekturbüros zu berechnen, müssen alle indirekten Kostenpositionen vollständig erfasst sein.

Welche Gemeinkosten in die Kalkulation einfließen

Zu den Gemeinkosten zählen Positionen wie die Miete für Ihre Büroräume, Heiz- und Stromkosten, Leasingraten für den Fuhrpark, Gehälter für reine Verwaltungsmitarbeiter wie Sekretariat oder Buchhaltung, Beiträge für die Architektenkammer oder Ingenieurkammer, Versicherungsprämien sowie Ausgaben für Fachliteratur und Bürobedarf.

Den Gemeinkostenzuschlagssatz berechnen

Um diese Kosten auf Ihre Kunden umzulegen, bilden Sie den Gemeinkostenzuschlagssatz. Dabei setzen Sie die Gemeinkosten ins Verhältnis zu den direkt verrechenbaren Einzelkosten, also Ihren produktiven Stunden. Nur wenn Sie diesen Zuschlag konsequent auf jede Projektstunde aufschlagen, arbeiten Sie mittelfristig rentabel und decken die Gemeinkosten des Architekturbüros vollständig.

Stundensatz auf echten Zeitdaten kalkulieren

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Leerkosten und Verwaltungszeiten: der unterschätzte Faktor

Nicht jede Arbeitsstunde im Büro ist fakturierbar. Akquise, interne Besprechungen, Buchhaltung und Angebotserstellung sind notwendig, werden aber nicht vergütet. Wer diese Leerkosten ignoriert, unterschätzt seinen Stundensatz systematisch.

Welche Tätigkeiten nicht abgerechnet werden können

Jeder Architekt kennt es: Ein Bauherr ruft an und möchte unverbindlich über eine Machbarkeitsstudie sprechen. Sie investieren Zeit in die Pflege Ihrer Website, besuchen Fortbildungen oder bereiten Wettbewerbe vor, die Sie am Ende vielleicht nicht gewinnen. Diese Tätigkeiten sind wichtig für das Überleben des Büros, bringen in dem Moment aber keinen Umsatz.

Leerkosten in der Stundensatz-Kalkulation richtig einrechnen

Wenn Sie Ihren Stundenlohn als selbstständiger Architekt kalkulieren, müssen diese unbezahlten Stunden finanziert werden. Das gelingt nur, indem der Preis für die abrechenbaren Stunden entsprechend angehoben wird. Genau hier liegt das größte Defizit in vielen Büros: Die Leerkosten werden bei der Berechnung des Stundensatzes schlichtweg vergessen, was die Margen massiv schrumpfen lässt.

Projektkalkulation als Architekt: den Stundensatz auf Projekte anwenden

Ein belastbarer Stundensatz ist die Grundlage jeder Projektkalkulation als Architekt. Wie dieser dann in Angebote und Projektbudgets übersetzt wird, folgt einer eigenen Logik.

Zeitbudgets je Leistungsphase realistisch schätzen

Die HOAI kann bei der Honorarkalkulation weiterhin eine wichtige Orientierung bieten. Die Honorarhöhe richtet sich grundsätzlich nach der Vereinbarung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer. Für die interne Projektkalkulation können Sie das erwartete Honorar den voraussichtlich benötigten Stunden gegenüberstellen. So erkennen Sie, welches Zeitbudget für einzelne Leistungsphasen wirtschaftlich zur Verfügung steht.

Honorarkalkulation als Architekt: Angebote nachvollziehbar aufbauen

Kunden schätzen Transparenz. Bauen Sie Ihre Angebote so auf, dass der Kunde erkennt, wie viele Stunden in welche Projektphase fließen. Die HOAI kann dabei weiterhin als Orientierung für die Honorarkalkulation dienen. Entscheidend ist jedoch, dass Ihr Angebot sowohl die vereinbarte Leistung als auch Ihre individuelle Kosten- und Zeitplanung berücksichtigt. Wenn Ihre Stundensatzhöhe von vornherein gut kalkuliert ist, können Sie in Honorarverhandlungen selbstbewusst auftreten und wissen genau, ab welchem Punkt ein Projekt für Sie in die Verlustzone rutscht.

Projektcontrolling: Soll-Ist-Vergleich als Frühwarnsystem

Die beste Projektkalkulation als Architekt nützt nichts, wenn sie während der Projektlaufzeit nicht kontrolliert wird. Vergleichen Sie regelmäßig die bereits verbrauchten Stunden mit dem kalkulierten Budget. So erkennen Sie frühzeitig Abweichungen vom kalkulierten Zeitbudget und können gegensteuern oder prüfen, ob bei zusätzlichen oder geänderten Leistungen eine Anpassung des Honorars in Betracht kommt.

Zeiterfassung als Datenbasis: warum jede Kalkulation ohne Stundennachweise schwach bleibt

Die beste Formel hilft wenig, wenn die zugrunde liegenden Daten fehlen oder ungenau sind. Präzise Zeiterfassung ist deshalb keine reine Verwaltungsaufgabe, sondern eine strategische Grundlage für jedes Architekturbüro.

Diese Daten muss eine gute Zeiterfassung liefern

Das Bauchgefühl ist bei der Kalkulation der größte Feind des Architekten. Um realistische Zahlen zu haben, brauchen Sie eine exakte Auswertung darüber, wer im Büro an welchem Projekt in welcher Leistungsphase gearbeitet hat. Für eine aussagekräftige Kalkulation sollten Sie auch nicht abrechenbare interne Zeiten berücksichtigen, um die tatsächliche Auslastung und Produktivität besser beurteilen zu können.

Zeiterfassung und Honorarkalkulation als Architekt verknüpfen

Wenn Ihre Zeiterfassung aktuell und lückenlos ist, schließt sich der Kreis. Sie sehen schwarz auf weiß, ob Ihre vorab definierten Zeitbudgets ausgereicht haben. Diese historischen Projektdaten sind äußerst wertvoll, wenn Sie künftige Projekte kalkulieren. Sie müssen nicht mehr raten, sondern wissen genau, wie lange Ihr Büro für die Ausschreibung eines Einfamilienhauses benötigt.

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Wie Clockodo Architekten bei der Stundensatzkalkulation unterstützt

Clockodo vereint Arbeitszeiterfassung und Projektzeiterfassung in einem einzigen, flüssigen Workflow. Ihr Team startet die Zeiterfassung mit wenigen Klicks am PC, Mac oder mobil per App und bucht jede Stunde direkt auf Kunden, Projekte und Leistungen. Für Architekturbüros bedeutet das weniger Verwaltungsaufwand durch die clevere Kombination aus Arbeitszeiten, Projektzeiten und Abwesenheiten, sodass der Kopf wieder frei ist für kreative Planungsleistungen.

Besonders relevant für Ihre Kalkulation: In Clockodo hinterlegen Sie Stundensätze und das Tool errechnet Ihnen daraus automatisch den effektiven Stundensatz pro Projekt und Leistung. Im dynamischen Baukasten für Berichte stellen Sie genau die Auswertung zusammen, die Sie benötigen, gefiltert nach Projekten, Kunden, Mitarbeitern und Zeiträumen. Über Stundenkonten behalten Sie Sollzeiten, Überstunden und Urlaub im Blick, und über zahlreiche Schnittstellen sowie eine offene API übergeben Sie Ihre Projektzeiten direkt an Ihre Buchhaltungs- und Rechnungssoftware.

Clockodo ist Made in Germany und speichert Daten auf Servern in Deutschland. Die digitale Zeiterfassung unterstützt Architekturbüros dabei, Arbeitszeiten systematisch und nachvollziehbar zu dokumentieren.

Fazit: Ein belastbarer Stundensatz entscheidet über die Rentabilität

Ein kostendeckender Stundensatz basiert nicht auf Bauchgefühl, sondern auf harten Zahlen zu Jahreskosten, Gemeinkosten, Leerzeiten und Gewinnmarge – und darauf, dass realistisch nur rund 60 bis 65 Prozent der Arbeitszeit abrechenbar sind. Ohne exakte Zeiterfassung bleibt jede Kalkulation eine Schätzung. Clockodo liefert mit hinterlegten Stundensätzen und projektbezogenen Auswertungen eine verlässliche Datenbasis, um Honorare fundierter zu kalkulieren und die Wirtschaftlichkeit von Projekten besser zu beurteilen.

  • Kostendeckender Stundensatz basiert auf realen Jahreskosten und abrechenbaren Stunden
  • Gemeinkosten über einen Zuschlag auf jede Projektstunde umlegen
  • Leerkosten für Akquise, Verwaltung und Weiterbildung einpreisen
  • Gewinnmarge für Rücklagen und unternehmerisches Risiko einkalkulieren
  • Exakte Zeiterfassung als Grundlage jeder belastbaren Nachkalkulation

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Häufig gestellte Fragen zum Stundensatz als Architekt berechnen

Ein pauschaler Mindeststundensatz lässt sich nicht nennen, da er von Bürogröße, Standort und Kostenstruktur abhängt. Als Orientierung gilt: Alle laufenden Kosten plus Altersvorsorge plus eine angemessene Gewinnmarge müssen vollständig durch die tatsächlich abrechenbaren Stunden gedeckt sein, sonst arbeitet das Büro defizitär.

Autorin Kati
Geschrieben von Katharina Jaretzke

Katharina Jaretzke ist unsere Expertin für Unternehmertum sowie für Gründer-, Startup- und HR-Themen. Ihr Fachwissen zieht sie aus ihrem Studium der Medienwissenschaft sowie ihrer langjährigen Erfahrung als Redaktionsleitung und Portalmanagerin eines der größten deutschen Gründermagazine und ihrer Mitwirkung an der HR- und Recruiting-Konferenz DRX. Als Content Lead betreut sie bei Clockodo das Info-Portal mit redaktionellem Know-how und strategischem Blick – mit Fokus auf SEO, die Weiterentwicklung von Features und Layouts, Social Media und dem Kooperationsmanagement. 

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