Projektkalkulation in der IT: Modelle und Methoden im Überblick
Bei der Kalkulation greifen zwei Ebenen ineinander: Das Preismodell legt fest, wie Sie mit dem Kunden abrechnen, die Kalkulationsmethode bestimmt, wie Sie rechnerisch zum Preis kommen.
Preismodelle: Festpreis, Time and Material und hybride Ansätze
Beim Festpreis tragen Sie das volle Risiko für Mehraufwände, weshalb eine genaue historische Datenbasis unabdingbar ist. Dieses Modell schafft dem Kunden Planungssicherheit, eignet sich aber nur für klar abgegrenzte Vorhaben mit geringem Änderungsrisiko.
Bei der Abrechnung nach Aufwand zahlt der Kunde exakt die geleisteten Stunden. Das minimiert Ihr Risiko, verlangt jedoch eine lückenlose und transparente Zeitdokumentation, um das Vertrauen des Kunden zu erhalten, und passt besonders zu dynamischen Aufträgen mit offenem Umfang.
Hybride Modelle verbinden beide Welten: Ein Basispaket wird zum Festpreis angeboten, zusätzliche Features werden nach Aufwand berechnet. So sichern Sie Kalkulierbarkeit für den Kunden und behalten zugleich Spielraum für spätere Erweiterungen.
Kalkulationsmethoden: Bottom-up und Top-down
Bei der Bottom-up-Methode zerlegen Sie das Projekt in kleinste Arbeitspakete, schätzen diese auf Basis historischer Daten und addieren sie. Das ist die präziseste, aber aufwendigste Methode.
Bei der Top-down-Kalkulation geben Sie ein festes Budget vor und brechen es auf die Projektphasen herunter. Der Ansatz ist schneller, aber ungenauer und erfordert eine klare Priorisierung der Leistungen.
Welches Modell zu welchem Projekttyp passt
Agile Softwareentwicklungen lassen sich aufgrund ihrer dynamischen Natur selten seriös als Festpreis kalkulieren. Hier ist die Abrechnung nach Aufwand der Standard. Klar definierte Hardware-Rollouts oder standardisierte Software-Implementierungen eignen sich hingegen hervorragend für eine Bottom-up-Kalkulation mit anschließendem Festpreisangebot.