GoBD-konforme Zeiterfassung: Was Kanzleien wirklich beachten müssen

Mitarbeiterin telefoniert am Tisch mit Laptop
Aktualisiert am 21. August 2026
Autorin Kati
Geschrieben von Katharina Jaretzke

Als Kanzlei oder Beratungsunternehmen wissen Sie genau: Compliance ist das Fundament Ihrer täglichen Arbeit. Sie beraten Ihre Mandanten zu rechtlichen Vorgaben, prüfen Bilanzen und weisen auf steuerliche Fallstricke hin. Doch wie steht es um die eigenen internen Prozesse? Wenn es um das Thema GoBD-konforme Zeiterfassung geht, offenbaren sich selbst in hochprofessionellen Kanzleien oft überraschende Lücken.

In diesem Praxisguide erfahren Sie, worauf es bei der nachvollziehbaren Dokumentation ankommt, wie Sie Arbeits- und Projektzeiten in einem Tool vereinen und welche Anforderungen für eine GoBD-konforme Zeiterfassung relevant sind.

GoBD-konforme Zeiterfassung: Das Wichtigste in Kürze

  • Dienen Projektzeiten als steuerlich relevante Aufzeichnungen oder als Grundlage für die Rechnungsstellung, können die Anforderungen der GoBD für ihre Verarbeitung und Aufbewahrung relevant sein.
  • Vier Kernprinzipien zählen: Nachvollziehbarkeit, Vollständigkeit, zeitgerechte Erfassung und Unveränderbarkeit.
  • Einfache Excel- oder papierbasierte Prozesse können bei GoBD-relevanten Aufzeichnungen schnell an Grenzen stoßen, insbesondere bei Unveränderbarkeit und Nachvollziehbarkeit von Änderungen.
  • Schwerwiegende Mängel bei steuerlich relevanten Aufzeichnungen können deren Beweiskraft beeinträchtigen und im Einzelfall zu Hinzuschätzungen und Steuernachzahlungen führen.
  • Eine digitale Lösung mit Mandantenzuordnung, Zugriffsrollen und geeigneten Exportmöglichkeiten kann Kanzleien dabei unterstützen, GoBD-relevante Anforderungen umzusetzen.

Was die GoBD mit Zeiterfassung zu tun haben

Die „Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff" (GoBD) klingen abstrakt, betreffen Ihren Arbeitsalltag jedoch ganz konkret. Es geht um alle Daten, die für die Besteuerung relevant sind, also um deutlich mehr als nur Rechnungen und Belege.

Welche Zeiterfassungsdaten steuerlich relevant sind

In Kanzleien und dienstleistungsorientierten Unternehmen ist die abgerechnete Zeit das eigentliche Produkt. Wenn Honorare auf Basis von Stundenaufwänden abgerechnet werden, können die zugrunde liegenden Projektzeiten steuerlich relevant sein. Entscheidend ist, welche Funktion die Zeitaufzeichnungen im jeweiligen Abrechnungs- und Buchführungsprozess erfüllen. Dienen sie beispielsweise als Grundlage für die Rechnungsstellung, kann ihre nachvollziehbare und ordnungsgemäße Dokumentation für die steuerliche Prüfung relevant sein.

Die vier GoBD-Kernprinzipien für Zeiterfassungssysteme

Soweit Zeiterfassungsdaten steuerlich relevant sind, müssen bei ihrer Verarbeitung und Aufbewahrung die einschlägigen Anforderungen der GoBD berücksichtigt werden. Die GoBD verlangen vier zentrale Eigenschaften:

  1. Nachvollziehbarkeit und Nachprüfbarkeit: Ein sachverständiger Dritter muss sich in angemessener Zeit einen Überblick verschaffen können.
  2. Vollständigkeit und Richtigkeit: Steuerlich relevante Zeitaufzeichnungen müssen vollständig und wahrheitsgemäß erfasst sein.
  3. Zeitgerechte Erfassung: Zeiten müssen zeitnah gebucht werden, idealerweise sofort und nicht erst Wochen später aus dem Gedächtnis.
  4. Unveränderbarkeit: Gebuchte Zeiten dürfen im Nachhinein nicht spurlos manipuliert werden.

Was revisionssichere Zeiterfassung konkret bedeutet

Revisionssicherheit ist kein Gütesiegel, das man sich anheften kann, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der durch die richtige Software gestützt wird. Für Kanzleien bedeutet eine revisionssichere Zeiterfassung, dass jeder Schritt von der ersten erfassten Minute bis zur fertigen Rechnung nachvollziehbar dokumentiert ist.

Unveränderbarkeit und Protokollierung als Pflichtanforderung

Das Herzstück der GoBD ist die Unveränderbarkeit. Stellt ein Mitarbeiter am Monatsende fest, dass ihm ein Fehler unterlaufen ist, darf der ursprüngliche Eintrag nicht einfach überschrieben werden. Bei GoBD-relevanten elektronischen Aufzeichnungen müssen nachträgliche Änderungen nachvollziehbar bleiben. Es sollte ersichtlich sein, wer wann welche Anpassung vorgenommen hat. Genau an dieser Protokollierung scheitern herkömmliche Tabellenkalkulationen.

Strukturierte Mandantenzuordnung als Grundlage der Nachweispflicht für Arbeitszeiten

Für eine nachvollziehbare mandantenbezogene Abrechnung reicht die reine Erfassung von Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit nicht aus. Projektzeiten sollten zusätzlich eindeutig Mandanten, Projekten oder Aktenzeichen zugeordnet werden können. Die klare Zuordnung schafft eine transparente Dokumentation und erleichtert die Beantwortung späterer Rückfragen von Mandanten oder Prüfern.

Arbeitszeiten revisionssicher dokumentieren: Was Systeme technisch leisten müssen

Die Softwarearchitektur muss auf Sicherheit und Nachvollziehbarkeit ausgelegt sein. Für eine nachvollziehbare Dokumentation sind insbesondere die Protokollierung nachträglicher Änderungen, geeignete Zugriffsrechte und die Möglichkeit zum Export relevanter Daten wichtig. Wie diese Anforderungen konkret umgesetzt werden müssen, hängt vom jeweiligen Verfahren und der steuerlichen Relevanz der Daten ab.

Typische Lücken in der Kanzleipraxis

Obwohl Kanzleien Experten im Steuerrecht sind, hinkt die eigene interne Verwaltung oft hinterher. Der Spagat zwischen Mandantenbetreuung und interner Administration führt häufig zu fehleranfälligen Kompromissen.

Excel und papierbasierte Systeme als Compliance-Risiko

Einfache Excel-Tabellen stoßen bei GoBD-relevanten Zeitaufzeichnungen schnell an Grenzen. Werden Einträge beispielsweise nachträglich überschrieben oder gelöscht, ohne dass Änderungen nachvollziehbar bleiben, kann die geforderte Nachvollziehbarkeit und Unveränderbarkeit der Aufzeichnungen beeinträchtigt sein.

Nachträgliche Schätzungen statt Live-Erfassung

Ein klassisches Szenario am Freitagnachmittag: Der Kalender wird rückwirkend durchforstet, um die Stunden der Woche zusammenzutragen. Werden Zeiten erst deutlich später aus dem Gedächtnis rekonstruiert, steigt das Risiko unvollständiger oder ungenauer Aufzeichnungen. Bei steuerlich relevanten Zeitdaten kann dies insbesondere mit dem GoBD-Grundsatz der zeitgerechten Erfassung in Konflikt geraten. Sie kosten zudem bares Geld, weil man vergessene Tätigkeiten selten vollständig rekonstruieren kann.

Fehlende Zugriffskontrollen und Rollenrechte

In einem professionellen Umfeld darf nicht jeder Mitarbeiter alles sehen oder ändern können. Fehlen klare Zugriffskontrollen, kann ein Praktikant theoretisch die Projektzeiten eines Partners überschreiben. Klare Zugriffskontrollen und Berechtigungen helfen dabei, unbefugte Änderungen zu verhindern und die Nachvollziehbarkeit der Daten zu gewährleisten.

Was das Finanzamt bei einer Betriebsprüfung konkret prüft

Auch steuerlich relevante Zeitaufzeichnungen können im Rahmen einer Betriebsprüfung eine Rolle spielen. Dabei kann geprüft werden, ob die Daten nachvollziehbar dokumentiert sind und die Anforderungen an ihre Aufbewahrung eingehalten werden.

Welche Fragen Betriebsprüfer bei der Zeiterfassung für Kanzleien stellen

Im Rahmen einer Betriebsprüfung kann unter anderem relevant sein, wie erfasste Zeiten mit der Rechnungsstellung zusammenhängen, ob nachträgliche Änderungen nachvollziehbar sind und wie steuerlich relevante Daten aufbewahrt werden. Fehlt bei relevanten digitalen Aufzeichnungen eine nachvollziehbare Protokollierung, kann dies deren Beweiskraft beeinträchtigen.

Konsequenzen einer nicht GoBD-konformen Zeiterfassung

Die Folgen sind gravierend. Schwerwiegende Mängel bei steuerlich relevanten Aufzeichnungen können deren Beweiskraft beeinträchtigen. Je nach Art und Umfang der Mängel können im Einzelfall Hinzuschätzungen und daraus resultierende Steuernachzahlungen die Folge sein. Zudem können unzureichend dokumentierte interne Prozesse zusätzliche Rückfragen und Aufwand im Rahmen einer Prüfung verursachen.

Clockodo unterstützt Kanzleien bei der nachvollziehbaren Zeiterfassung

Hier kommt Clockodo ins Spiel. Clockodo ist eine Software für die Arbeits- und Projektzeiterfassung aus Deutschland, die Kanzleien den Arbeitsalltag erleichtert. Das Besondere für Kanzleien: Arbeitszeiten und mandantenbezogene Projektzeiten laufen in einem einzigen, intuitiv bedienbaren Tool zusammen, statt sich auf Excel-Listen und verstreute Zettel zu verteilen. 

Mandantenscharfe Buchung und nachvollziehbare Erfassung

Ihre Mitarbeiter buchen Zeiten direkt auf Mandanten, Akten und Leistungsarten wie Beratung, Recherche oder Schriftsatz. Clockodo unterscheidet live gestoppte und manuell nachgetragene Einträge und vermerkt nachträgliche Änderungen, sodass berechtigte Personen sie nachvollziehen können. So entsteht eine transparente und nachvollziehbare Zuordnung von Zeiten zu Mandanten, Akten und Leistungen.

Zugriffsrechte, Auswertungen und maschinenlesbare Exporte

Über abgestufte Zugriffsrollen legen Sie fest, wer Zeiten erfasst, Berichte einsieht oder Einstellungen verwaltet. So lassen sich Zugriffsrechte auf sensible Mandantendaten gezielt steuern. Im Berichtsbaukasten filtern Sie Zeiten nach Mandant, Projekt oder Zeitraum und exportieren geforderte Daten bei einer Prüfung als PDF oder CSV. Die Speicherung erfolgt DSGVO-konform auf ISO-zertifizierten Servern in Deutschland, inklusive Vertrag zur Auftragsverarbeitung.

Live-Erfassung per App und Browser für den Kanzleialltag

Ob am Schreibtisch im Browser oder unterwegs per Smartphone-App auf dem Weg zum Gerichtstermin: Mit der Stoppuhr dokumentieren Ihre Mitarbeiter Zeiten genau dann, wenn die Leistung anfällt. Das reduziert nachträgliche Schätzungen und hilft dabei, abrechenbare Zeiten vollständig zu dokumentieren. Das nutzerbasierte Preismodell passt sich flexibel an Ihre Kanzleigröße an.

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GoBD-konforme Zeiterfassung einführen: Schritt für Schritt

Die Umstellung auf eine digitale Zeiterfassung ist einfacher, als viele Kanzleileitungen befürchten. Mit einem klaren Plan gelingt der Wechsel reibungslos.

Schritt 1: Bestandsaufnahme - Welche Systeme und Prozesse existieren aktuell?

Analysieren Sie zunächst, wie Zeiten derzeit erfasst werden. Wo kommen noch Tabellen zum Einsatz? Welche manuellen Schritte sind nötig, bis eine Rechnung geschrieben wird? Identifizieren Sie die Engpässe und Compliance-Risiken in Ihren aktuellen Abläufen, bevor Sie eine neue digitale Arbeitszeiterfassung auswählen.

Kostenlose Checkliste zur Einführung der Arbeitszeiterfassung

Planen Sie die Einführung einer Arbeitszeiterfassung in Ihrem Unternehmen? Damit der Prozess reibungslos abläuft und Sie keine wichtigen Schritte übersehen, haben wir eine praktische Checkliste für Sie erstellt. Diese hilft Ihnen nicht nur, die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, sondern auch, die vielfältigen Vorteile einer genauen Zeiterfassung zu nutzen.

Screenshot Checkliste Arbeitszeiterfassung Einführung

Schritt 2: Struktur definieren - Mandant, Projekt, Leistungsart

Bevor Sie das neue System im Team ausrollen, legen Sie eine saubere Struktur an. Definieren Sie Ihre Mandanten, legen Sie darunter spezifische Projekte oder Akten an und bestimmen Sie die typischen Leistungsarten wie Beratung, Recherche oder Buchhaltung. Eine gute Vorbereitung erspart später langes Suchen.

Schritt 3: Mitarbeiter schulen und Live-Erfassung als Standard etablieren

Software ist nur so gut wie die Menschen, die sie bedienen. Schulen Sie Ihr Team nach der Einführung und zeigen Sie auf, warum die Live-Erfassung der Kanzlei hilft und zugleich den eigenen Stress am Monatsende reduziert. Wenn das Team erkennt, wie viel Zeit es durch die einfache Handhabung spart, wird die neue Lösung schnell akzeptiert.

Fazit: GoBD-Anforderungen bei der Zeiterfassung im Blick behalten

Soweit Projektzeiten steuerlich relevante Aufzeichnungen darstellen, müssen bei ihrer Verarbeitung und Aufbewahrung die Anforderungen der GoBD berücksichtigt werden. Dazu zählen insbesondere Nachvollziehbarkeit, Vollständigkeit, zeitgerechte Erfassung und Unveränderbarkeit. Einfache Excel- und Papierprozesse können bei diesen Anforderungen schnell an Grenzen stoßen. Eine digitale Lösung erleichtert es, Zeiten strukturiert zu erfassen und Änderungen nachvollziehbar zu dokumentieren. Clockodo unterstützt Kanzleien dabei, Arbeitszeiten und mandantenbezogene Projektzeiten zentral in einem System zu erfassen.

Zusammengefasst:

  • Steuerlich relevante Projektzeiten können den Anforderungen der GoBD unterliegen
  • Nachvollziehbarkeit, Vollständigkeit, zeitgerechte Erfassung und Unveränderbarkeit berücksichtigen
  • Excel- und Papierprozesse können bei diesen Anforderungen an Grenzen stoßen
  • Schwerwiegende Mängel können im Einzelfall steuerliche Konsequenzen haben
  • Digitale Zeiterfassung erleichtert eine strukturierte und nachvollziehbare Dokumentation

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Häufig gestellte Fragen zur GoBD-konformen Zeiterfassung

Soweit Arbeits- oder Projektzeiten steuerlich relevante Aufzeichnungen darstellen, müssen bei ihrer Verarbeitung und Aufbewahrung die Anforderungen der GoBD berücksichtigt werden. Dazu zählen insbesondere Nachvollziehbarkeit, Vollständigkeit, zeitgerechte Erfassung und Unveränderbarkeit. Nachträgliche Änderungen sollten nachvollziehbar bleiben, sodass der Zusammenhang zwischen erfassten Leistungen und der Rechnungsstellung dokumentiert werden kann.

Autorin Kati
Geschrieben von Katharina Jaretzke

Katharina Jaretzke ist unsere Expertin für Unternehmertum sowie für Gründer-, Startup- und HR-Themen. Ihr Fachwissen zieht sie aus ihrem Studium der Medienwissenschaft sowie ihrer langjährigen Erfahrung als Redaktionsleitung und Portalmanagerin eines der größten deutschen Gründermagazine und ihrer Mitwirkung an der HR- und Recruiting-Konferenz DRX. Als Content Lead betreut sie bei Clockodo das Info-Portal mit redaktionellem Know-how und strategischem Blick – mit Fokus auf SEO, die Weiterentwicklung von Features und Layouts, Social Media und dem Kooperationsmanagement. 

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