Zeitausgleich

Kurz und knapp: Zeitausgleich

  • Beim Zeitausgleich bauen Arbeitnehmer Überstunden/Überzeit ab.
  • Je nach Land sind maximale Arbeitszeiten und Zeiträume zum Abbau unterschiedlich.
  • In Österreich ist eine Überstunde 1,5 mal so viel Zeit wert, in Deutschland und der Schweiz nicht.
  • Arbeitgeber bestimmen den Zeitpunkt des Ausgleichs maßgeblich.
  • Ein genauer Zeitausgleich lässt sich mit Zeiterfassung realisieren.


Was bedeutet Zeitausgleich?

Zeitausgleich meint den Abbau von Überstunden eines Dienstnehmers durch Freizeit. Fällt Mehrarbeit an, die über die normale Arbeitszeit eines Mitarbeiters hinausgeht, arbeitet dieser Mitarbeiter dafür als Zeitausgleich wann anders weniger.

Voraussetzung hierfür ist eine genaue Zeiterfassung mit Stundenkonto, die Überstunden aufzeichnet und somit zeigt, wie viel Zeitguthaben vorhanden ist. Unter Umständen ist es auch möglich, einen Zeitausgleich auszahlen zu lassen, statt Mehrarbeit in Freizeit umzuwandeln. 


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Wie funktioniert Zeitausgleich?

Damit Mitarbeiter überhaupt wissen, dass sie Überstunden gemacht haben, ist eine festgelegte Start- und Endzeit pro Tag notwendig oder eine Aufzeichnung der Arbeitszeit. Wie und wann genau sie einen Zeitausgleich nehmen, ist meist mit dem Arbeitgeber geregelt.

Häufig regeln Arbeitsverträge den Abbau, an anderen Stellen klären Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträge einen Zeitausgleich der Überstunden. In Österreich sind es die Kollektivverträge und die Gesamtarbeitsverträge in der Schweiz.


Was steht im Arbeitsrecht zu Überstunden?

Zeitausgleich im Arbeitsrecht ergibt sich aus den erlaubten Überstunden und Überzeiten. 

Das Arbeitszeitgesetz legt für Deutschland in § 3 genau fest: Die Arbeitszeit in einem Zeitraum von sechs Monaten oder 24 Wochen darf die maximale Zeit von acht Stunden am Tag nicht überschreiten. In diesem Zeitraum sind aufgebaute Überstunden wieder abzugelten. Neben einem direkten Überstundenabbau lässt sich ein Zeitausgleich auszahlen oder, jedoch mit einigen Auflagen, durch den Arbeitsvertrag mit dem Gehalt abgelten.

In Österreich sind laut Arbeiterkammerpro Woche 20 Überstunden zulässig, pro Tag insgesamt höchstens zwölf Stunden. Die Normalarbeitszeit beläuft sich auf neun Stunden pro Tag. Es gilt ein Schnitt von 48 Stunden pro Woche innerhalb von 17 Wochen. Ist nichts anderes vereinbart, zahlt der Arbeitgeber Überstundenarbeit aus. Ansonsten gelten individuelle oder kollektivvertragliche Vereinbarungen für eine Abgeltung in Form von Zeitausgleich.

Die Schweiz schreibt im Jahr höchstens 170 Stunden Überzeit bei einer Arbeitswoche von 45 Stunden vor. Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO schreibt: Arbeitnehmer mit 45 Stunden in einer Fünftagewoche dürfen zwei Stunden Überzeit pro Woche machen, wenn sie in acht Wochen durch Zeitausgleich den Durchschnitt erreichen. Vier Stunden pro Woche sind erlaubt, wenn durchschnittlich in einem Zeitraum von vier Wochen 45 Stunden erreicht werden. Pro Tag allerdings sind höchstens zwei Stunden Überzeitarbeit erlaubt.
 

Besonders bei Gleitzeit ist Zeitausgleich ein wichtiger Faktor, um vorgegebene Sollarbeitszeiten einzuhalten.

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Warum muss man Überstunden abbauen?

Die durchschnittliche Höchstarbeitszeit in den verschiedenen Ländern sieht vor, dass es eine maximale Anzahl an Überstunden geben soll. Pro Tag und Woche gibt es vorgeschriebene Stunden, die Arbeitnehmer nicht überschreiten dürfen. Innerhalb eines Zeitraumes ist es zwingend notwendig, dass im Durchschnitt die normale Arbeitszeit ohne Mehrarbeit anfällt. Der Zeitausgleich ist obligatorisch. Dies kommt den Arbeitnehmern zugute, deren Gesundheit geschützt werden soll.

Wie berechnet man Zeitausgleich?

Grundsätzlich werden die Sollstunden eines Mitarbeiters mit seinem Zeitguthaben verglichen. Liegt das Zeitguthaben höher, sind die Differenz die Überstunden. Um Sollzeiten und Guthaben anzugleichen, findet ein Zeitausgleich statt. Fallen Minusstunden an, versteht es sich von selbst, dass ein Arbeitnehmer diese wieder aufholt.

Zeitausgleich – wer bestimmt den Zeitpunkt?

Arbeitgeber haben ein Weisungsrecht und sind befugt, den Zeitausgleich der Mehrarbeit anzuordnen. Der Hintergedanke dabei ist, dass der Abbau dann stattfindet, wenn wenig Arbeit oder Aufträge anfallen und der Arbeitsbedarf niedrig ist. Mitarbeiter sind somit nicht berechtigt, eigenständig zu entscheiden, wann sie zu Hause bleiben und können nicht einfach einen Zeitausgleich nehmen. Jedoch sollten Arbeitgeber den Wünschen und Interessen der Angestellten entgegenkommen.


Was gilt für Zeitausgleich an Feiertagen, Sonntagen und bei Nachtarbeit?

In Deutschland sind die Ausgleichszeiten für Überstunden bei Nachtarbeit kürzer: In nur vier Wochen halten Arbeitnehmer hier mithilfe eines Zeitausgleichs den Durchschnitt von maximal acht Stunden pro Tag ein (§ 6 Arbeitszeitgesetz). Arbeit an Sonn- und Feiertagen erfordern einen kompletten Ausgleichstag: Für Sonntage innerhalb von zwei Wochen, für Feiertage an Werktagen innerhalb von acht Wochen (§ 11 Arbeitszeitgesetz).

In Österreich gelten laut Wirtschaftskammer für Überstunden an besonderen Tagen wie Sonntage und Feiertage Zuschläge. Diese liegen über den regulären 50 Prozent Überstundenzuschlag. Häufig sind Zuschläge für diese und für Nachtarbeit in Kollektivverträgen geregelt.

In der Schweiz haben Arbeitende, die regelmäßig nachts arbeiten, laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft SECO einen Anspruch auf Kompensation der Zeit: Eine Ruhezeit von zehn Prozent der Nachtarbeit ist innerhalb eines Jahres zu gewähren. Arbeitet jemand regelmäßig höchstens eine Stunde am Rand der Nachtarbeit, ist auch ein Ausgleich in Form von zehn Prozent Lohnzuschlag möglich. Sonntagsarbeit bis zu fünf Stunden ist innerhalb von vier Wochen durch Zeitausgleich abzubauen. Bei mehr als fünf Stunden erfordert Sonntagsarbeit einen Ersatzruhetag von 24 Stunden innerhalb einer Woche vor oder nach diesem Sonntag. Für Feiertage gelten dieselben Regelungen zum Zeitausgleich von Überstunden. 


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