Arbeitsmotivation: Immer mehr Arbeitnehmer sind unzufrieden


Arbeitnehmer in Deutschland sind immer unzufriedener. Das liegt vor allem daran, dass die sogenannte Work-Life-Balance eine zunehmend größere Rolle spielt. Der Fachkräftemangel zwingt Unternehmen dazu, den modernen Zeiten Tribut zu zollen und innovativer zu sein. Einige Faktoren für eine höhere Arbeitsmotivation sind für viele Unternehmen umsetzbar.



Arbeitsmotivation und Arbeitszufriedenheit

Die Zeiten, in denen potentielle Arbeitnehmer jeden Knebelvertrag unterschrieben haben, sind vorbei. Die Work-Life-Balance ist für die moderne Generation ein wichtiger Faktor. Interessenten stellen an einen Arbeitgeber hohe Anforderungen jenseits des Gehaltswunsches.

Auch XING-Chef Thomas Vollmoeller bestätigt diese Entwicklung in einem Interview mit der WELT: „Als ich eine Bewerberin aus Süddeutschland für eine Traineestelle bei uns in Hamburg interviewte, hat sie mir einen Fragenkatalog vorgelegt.“ Genaue Inhalte: Gebe es eine Monatskarte für den öffentlichen Nahverkehr? Wie sehe es mit einem möglichen Sabbatical aus? Laut Vollmoeller reicht es nicht mehr, sich als Arbeitgeber nach außen hin zu präsentieren. Vor allem im Inneren sind Veränderungen notwendig, so der XING-Chef.


Arbeitszufriedenheit Faktoren

Was ist überhaupt Arbeitszufriedenheit? Es handelt sich um eine subjektive Wahrnehmung des Arbeitnehmers zu seinem Job. Diese entsteht aus der aktuellen Situation heraus. Jeder Mensch legt auf andere Faktoren Wert und hat unterschiedlich hohe Ansprüche. Deswegen ist es pauschal schwierig zu sagen, wann ein Mitarbeiter zufrieden sein und sich im Job wohlfühlen müsste. Faktoren, die ein positives oder negatives Bild des eigenen Arbeitsplatzes beeinflussen, sind:

  • Anerkennung: Ein Dankeschön oder ein Lob an der richtigen Stelle
  • Vergütung: Angemessen, pünktlich und verhandelbar
  • flexible Arbeitszeiten: Gleitzeit oder Home-Office mit Arbeitszeiterfassung
  • Vereinbarkeit von Job und Privatleben: Work-Life-Balance, Teilzeit für Eltern
  • Arbeitsatmosphäre: freundliches Miteinander, klare Strukturen, Einbeziehung
  • Schwierigkeitsgrad der Aufgaben: weder unter- noch überfordernde Aufgaben, eigene Entscheidungen treffen
  • Anfahrt: Langes Pendeln und teure Bahnfahrten versus Jobticket 
  • Karrieremöglichkeiten: Fortbildungen, Aufstiegschancen, Herausforderungen, Verantwortung
  • Sicherheit: eine Festanstellung, das Wissen gebraucht zu werden

Zufriedene Mitarbeiter arbeiten besser: Ihre Motivation ist gesteigert und sie identifizieren sich leichter mit dem Unternehmen. Vollzeitbeschäftigte verbringen einen Großteil ihres Tages auf der Arbeit. Fühlen sie sich dort wohl, hat das Einfluss auf die gesamte Lebensqualität. Dass Geld allein nicht glücklich macht, ist nicht nur dahergesagt. Auch eine Gehaltserhöhung motiviert nur für einen gewissen Zeitraum. Eine Berufung, nicht nur ein Beruf, wirkt sinnstiftend und befriedigt das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung.


Die Stimmung bestimmt die Arbeitsmotivation

Eine Studie der ManpowerGroup unter 1.022 Bundesbürgern vom Dezember 2017 bestätigt, dass die Bezahlung nicht die größte Arbeitsmotivation ist. Ein gutes Arbeitsverhältnis zu Kollegen und Chef ist für 46 Prozent der Befragten wichtig, flexible Arbeitszeiten für 37 Prozent und 30 Prozent pflegen mit Kollegen gern ein gutes Verhältnis über die Arbeit hinaus. Für 73 Prozent kommt ein gut bezahlter, aber dafür stressiger oder langweiliger Job nicht infrage. 65 Prozent sind die Arbeitsinhalte und nette Kollegen wichtiger als eine hohe Bezahlung. Es ist demnach vor allem die Psyche, die den Beschäftigten wichtig ist: sich als Individuum wohlfühlen.


Work-Life-Balance, Karriereförderung und Mitarbeiterbefragung


In unserer Gesellschaft spielt die Arbeitswelt für viele nicht mehr die erste Geige. Die jungen Generationen haben keine Lust darauf, 12 bis 15 Stunden pro Tag zu arbeiten. Auch möchten sie sich nicht verbiegen. Sie wünschen sich einen Job, der zu ihnen passt. Für die Unternehmen ist das doppelt schwierig. Denn gerade in Zeiten des Fachkräftemangels müssen sie sich überlegen, wie sie die richtigen Arbeitnehmer zur richtigen Zeit an ihr Unternehmen binden. Kleinigkeiten im Alltag spielen dabei eine Rolle: Ein Büro ohne kostenlosen Kaffee und andere Getränke? Wo gibt's denn sowas? Eine Möglichkeit ist auch, die Arbeitnehmer selbst in ihren Bereichen zu schulen und ihr Potenzial zu fördern.

Für nur 17 Prozent der deutschen Arbeitnehmer gibt es in ihrem Unternehmen eine professionelle Karriereförderung. Dies fand die ManpowerGroup in einer weiteren Umfrage unter 757 deutschen Arbeitnehmern heraus. Viele Angestellte fühlen sich in ihrem Job also zu schlecht auf die Zukunft vorbereitet. Doch wie finden Arbeitgeber das heraus? Woher soll ich wissen, ob meine Arbeitnehmer unzufrieden mit dem Unternehmen sind?

Darauf hat XING eine gute Antwort: Einmal pro Woche führt das Unternehmen eine anonyme Mitarbeiterbefragung durch. Auf der einen Seite können sich die Angestellten zum Unternehmen und seinen Kunden äußern. Auf der anderen Seite ist es den Mitarbeitern darüber hinaus möglich, XING als Arbeitgeber zu bewerten. Neben bis zu 140 Zeichen langen Kommentaren vergeben die XING-Mitarbeiter ein Smiley oder ein Frowny.

Eine Mitarbeiterbefragung zur Zufriedenheit kann auch die Frage zur Arbeitsmotivation enthalten. Der Arbeitgeber, der die Motivation seiner Angestellten kennt, ist in der Lage, diese zu fördern. Zwar fragen Chefs potentielle Bewerber nach ihren Beweggründen für einen bestimmten Job. Doch diese ändern sich im Laufe der Zeit eventuell. Für solche Umfragen eignen sich Freitexte weniger gut. Stattdessen ist eine Einschätzung verschiedener Zufriedenheits-Aspekte von 1 (nicht erfüllt) bis 5 (voll erfüllt) sinnvoll. 


Arbeitssituation für die Hälfte austauschbar

Aus der Studie der ManpowerGroup geht ebenfalls hervor, dass die Hälfte der Arbeitnehmer mit ihrer aktuellen Arbeitssituation unzufrieden ist. Immerhin ein Drittel würden ihren Freunden den eigenen Arbeitgeber weiterempfehlen. Dafür sind es die Hälfte der Beschäftigten, die ihren Job innerhalb eines Jahres wechseln würden. Jeder Vierte bis Fünfte sucht eine besser bezahlte Position. Zwölf Prozent der Arbeitnehmer treibt der Wunsch nach Abwechslung, 15 Prozent wünschen sich mehr Anerkennung. "Die Unternehmen sind gefordert, die Themen Wertschätzung und interne Karriereplanung voranzutreiben, um Fachkräfte zu halten", sagt Herwarth Brune, Geschäftsführer der ManpowerGroup Deutschland. Laut Studie nehmen auch kleine Aufmerksamkeiten wie Obst oder Süßigkeiten von Jahr zu Jahr ab. 


Nur 15 Prozent haben hohe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber

Das zeigt auch die Studie des Beratungsunternehmens Gallup. Laut dieser haben nur 15 Prozent der deutschen Beschäftigten eine hohe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber. Gallup berechnet daraus einen Schaden zwischen 77 und 103 Milliarden Euro im Jahr – allein für die deutsche Volkswirtschaft. Eine emotionale Bindung führt zu mehr Einsatz und Umsatz. Eine negative Einstellung zum Arbeitsplatz hat weniger Identifikation und somit weniger Pflichtgefühl zur Folge. Die Arbeitsmotivation hängt eng zusammen mit der Situation direkt vor Ort. Diese ist jedoch einer der Faktoren für Motivation, an der Führungskräfte etwas ändern können. Durch eine erhöhte Arbeitsmotivation steigt die Arbeitsleistung.

Relativ einfach regeln Unternehmen flexible Arbeitszeiten. Verschiedene Arbeitszeitmodelle wie Gleitzeit oder ein Urlaubsplaner mit unbegrenzten freien Tagen sind nur zwei von vielen Ideen.


Den Motivationsfaktor flexible Arbeitszeit bringen Sie mit der Zeiterfassung clockodo in Ihr Unternehmen. Alle Plus- und Minusstunden der Mitarbeiter fließen auf ihre Stundenkonten und Sie behalten den Überblick.