Vertrauensarbeitszeit

Kurz und knapp: Vertrauensarbeitszeit

  • Bei Vertrauensarbeitszeit überlässt der Chef dem Arbeitnehmer die Einteilung der Arbeitszeit.
  • Der Arbeiter erledigt anfallende Aufgaben wann er möchte, solange er pünktlich fertig wird.
  • Dies ist in Branchen sinnvoll, die projektbasiert arbeiten und selten spontane Aufträge bekommen.
  • Der zeitliche Rahmen ist in Form von Wochen- oder Monatsstunden im Arbeitsvertrag festgelegt.
  • Da der Arbeitnehmer seine Stunden selbst erfasst, ist Vertrauen notwendig. 

Alles rund ums Thema Vertrauensarbeitszeit


Vertrauensarbeitszeit Definition

Die Vertrauensarbeitszeit ist ein Arbeitszeitmodell, in dem der Arbeitgeber das Zeitmanagement dem Arbeitnehmer anvertraut. Das ermöglicht flexible Arbeitszeiten, da sich der Fokus von der Anwesenheit auf die Erledigung von Aufgaben verschiebt.

Der Arbeitgeber kontrolliert die verrichteten Stunden seiner Mitarbeiter in diesem Modell nicht, sondern er übergibt die Zeiterfassung an den Arbeitnehmer. Er schenkt dem Mitarbeiter sein Vertrauen und verzichtet auf eine permanente Kontrolle seiner Stechuhren.


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Wie funktioniert Vertrauensarbeitszeit?

Bei der Vertrauensarbeitszeit geht der Arbeitgeber davon aus, dass die Bearbeitung von Aufgaben außer einer Abgabefrist keine feste zeitliche Komponente benötigt. Es spielt keine Rolle, wann der zuständige Mitarbeiter seine Arbeit durchführt, solange er sie bis zur vereinbarten Deadline fertigstellt.

Die Geschäftsführung gibt im Arbeitsvertrag lediglich die Wochenstunden vor. Sie bestimmt zudem, ob die Stunden auf die Woche genau oder erst im Durchschnitt des Monats oder Quartals passen müssen. Dies ist der einzige zeitliche Rahmen für den Arbeitnehmer, denn auf einen täglichen Plan verzichtet dieses Arbeitszeitmodell. Es gibt keine Zeitspannen für Beginn und Ende des Tages oder eine feste Uhrzeit, zu der alle da sind. Führt der Arbeitgeber solche Bestimmungen ein, macht er aus der Vertrauensarbeitszeit eine normale Gleitzeit


Für wen eignet sich Vertrauensarbeitszeit?

Dieses Modell der Arbeitszeit ist in Branchen sinnvoll, die Projekte nacheinander oder in Einzelarbeit bearbeiten. Hier sind häufig feste Zwischenziele und Fristen einzuhalten. Wann und wie das Personal diese erreicht, kann dem Chef im Normalfall egal sein.

Dies gibt vor allem der Dienstleistungssektor her. Softwareentwicklung, Multimediabranche oder Jobs in der Telekommunikation eignen sich dafür besonders. Dabei hilft auch eine gute Qualifikation der Mitarbeiter, da sie so eigenständiger sind.

Vertrauensarbeitszeit funktioniert dagegen beispielsweise nicht im Service oder in der Produktion. Hier arbeiten in der Regel mehrere Arbeitnehmer zusammen und haben Pflichten zu bestimmten Zeiten. Außerdem sollte so wenig Spontanität wie möglich nötig sein.


Worauf müssen Arbeitgeber bei Vertrauensarbeitszeit achten?


Chancen durch Vertrauensarbeitszeit

Die Vorteile von Vertrauensarbeitszeit bestehen hauptsächlich für Arbeitnehmer, haben aber auch positive Auswirkungen auf das Unternehmen. So sind Arbeitnehmer in der Regel zufriedener, wenn der Chef sie nicht durchgehend kontrolliert. Außerdem haben die vielfältigeren Möglichkeiten der Freizeitgestaltung durch die weniger feste Bindung einen positiven Einfluss auf das Gemüt. Dadurch steigert sich die Motivation des Mitarbeiters, was seine Produktivität langfristig erhöht. Das kommt dem Unternehmen zugute.

Die selbst einzuteilende flexible Arbeitszeit kann zudem die Soft Skills der Angestellten verbessern. Sie fangen an, unternehmerisch zu denken, ihr Selbstmanagement zu verbessern und arbeiten eigenverantwortlicher. Gerade diese Aspekte sind langfristig positiv für den Betrieb.

Auch für die Geschäftsführung selbst hat die Vertrauensarbeitszeit positive Auswirkungen. Sie macht Kapazitäten frei, die sonst von der Kontrolle der Arbeitszeiten blockiert sind und spart eventuell sogar am Personal. Zusätzliche Betriebsvereinbarungen können weitere positive Aspekte für beide Seiten schaffen, etwa beim Urlaubsanspruch.

Neben der Arbeitszeit flexibilisiert Vertrauensarbeitszeit auch den Arbeitsort. Eine mögliche Arbeit im Home-Office kann die Stimmung des Mitarbeiters steigern, da er so noch anpassungsfähiger ans Privatleben ist. Die Grenzen zwischen Heim und Arbeitsplatz schwinden und der Angestellte unterbewusst zu Mehrarbeit und Überstunden bereit. Auch die Erreichbarkeit des Arbeitnehmers für den Chef kann sich verbessern, wenn der heimische PC zur Arbeitsstation wird. So hat der Chef außerhalb der regulären Arbeitszeit einen Draht zu seinem Arbeitnehmer.


Gibt es bei Vertrauensarbeitszeit Nachteile?

Das Vertrauensarbeitszeitmodell kann in der Praxis auch negative Auswirkungen haben. Der Arbeitgeber hat wenig Übersicht darüber, wann seine Mitarbeiter am Arbeitsplatz sind. Durch Home-Office-Regelungen lässt sich die Erreichbarkeit erweitern. Doch die Heimarbeit hat ebenso ihre Grenzen, zum Beispiel kann der Arbeitnehmer wichtige Unterlagen nicht einsehen.

Fehlt eine reguläre Arbeitszeit, ist es schwierig, Termine mit Arbeitskollegen und Meetings festzulegen. Es kommt zu mehr Mailverkehr und die persönliche Komponente geht ein Stück weit verloren. Dies kann dazu führen, dass die Zusammenarbeit im Team abnimmt und sich der Beschäftigte über die Projekte hinaus alleingelassen fühlt.

Wenn sich alle Mitarbeiter ihren eigenen Stundenplan erstellen, verliert nicht nur der Chef die Übersicht. Kunden reagieren möglicherweise irritiert, wenn ihre Anfragen zu typischen Bürozeiten lange unbeantwortet bleiben. Die Reaktion auf Notfälle und spontane Planänderungen verzögern sich, wodurch die flexible Arbeitszeit Einzelner die Flexibilität des Unternehmens einschränkt.

Darüber hinaus läuft der Chef Gefahr, sein Personal unbewusst zu überfordern. Leicht möglich ist, dass bei Vertrauensarbeitszeit Überstunden anfallen, die nicht dokumentiert werden. Vor allem im Home-Office summiert sich diese Zahl, auch wenn der Arbeitnehmer nur “mal eben” eine E-Mail schreibt. Diese Arbeitsweise steht nicht nur mit dem Gesetz im Konflikt. Auch die psychische Belastung kann sich dadurch deutlich erhöhen. Die Folgen sind hauptsächlich Stress und Druck, was auf Dauer zu mangelhaft verrichteter Arbeit und langfristig sogar zu Erkrankungen führen kann. Der Arbeitgeber muss vor diesem Hintergrund darauf achten, niemanden zu überlasten.

Aus diesem Grund ist es sinnvoll, die Mitarbeiter zu einer genauen Arbeitszeiterfassung anzuweisen, zum Beispiel lenkt er die Stunden mit einer Kernarbeitszeit in einen Rahmen. Der Chef achtet im Sinne seiner Fürsorgepflicht auf das Einhalten des Arbeitszeitgesetzes und den gesundheitlichen Schutz seiner Beschäftigten. Dazu gehört ein vernünftiges Projekt- und Zeitmanagement, das es jedem erlaubt, seine Aufgaben vernünftig zu erledigen. 

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