Elektronische Arbeitsunfähig­keitsbeschei­nigung

Was ist eine elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung?

Eine elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU oder elektronische AU) ist eine digitale Übermittlung der Krankschreibung eines gesetzlich versicherten Arbeitnehmers an die Krankenkasse und den Arbeitgeber. Sie ersetzt die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) auf Papier, die der Arbeitnehmer vom Arzt bei einer Krankschreibung erhält. 

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Wie funktioniert die elektronische AU?

Mit der elektronischen AU ändert sich das Übermittlungsverfahren der Krankschreibung. Arbeitnehmer leiten diese nicht mehr selbstständig an die Krankenkasse und den Arbeitgeber weiter. Dies übernehmen zukünftig die Arztpraxen sowie Krankenkassen. Die Arztpraxis versendet die AU für den Arbeitnehmer digital an die Krankenkasse. Diese stellt dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung elektronisch zur Verfügung. Der Arbeitgeber steht nun in der Pflicht, die AU dort abzurufen. Technisch funktioniert dies über das Entgeltabrechnungsprogramm, bei Minijobbern über die Minijob-Zentrale. Für Arbeitnehmer bedeutet dieses Verfahren, dass sie sich um keinerlei Übermittlung mehr kümmern müssen, sondern lediglich den Chef über die Krankschreibung informieren, zum Beispiel über eine Zeiterfassung wie clocko:do. Arbeitgeber haben weniger Zettelwirtschaft, müssen sich jedoch aktiv um die Abrufung der Daten bei den Krankenkassen kümmern.

Ab wann gibt es die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung?

Das Pilotverfahren zur elektronischen Übermittlung der AU hat am 1. Januar 2022 begonnen (ursprünglich sollte es am 1. Oktober 2021 starten). Für Vertragsärzte ist die Übermittlung an die Krankenkasse also schon nötig. Der verpflichtende Start für Krankenkassen und Arbeitgeber war auf den 1. Juli 2022 datiert, wurde nun jedoch auf den 1. Januar 2023 verschoben (Quelle: dip.bundestag). Ab dann holen Unternehmen die Daten von den Krankenkassen ab.

Das ursprüngliche Pilotprojekt sollte lediglich die Übermittlung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an die Krankenkassen beinhalten. Vertragsärzte hatten weiterhin für ein halbes Jahr die Möglichkeit, die Krankschreibung auf Papier zu nutzen. Der Grund hierfür war, dass noch nicht alle Praxen die notwendige technische Ausstattung für eine elektronische AU besitzen.

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Was ist das Ziel einer elektronischen AU?

Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung soll Entlastung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer bringen. 

Papierbescheinigungen, die verschickt und bearbeitet werden müssen, bedeuten bürokratischen Aufwand. Mit der Neuerung erhalten Arbeitgeber die Information über den Beginn und die Dauer der Arbeitsunfähigkeit eines gesetzlich versicherten Arbeitnehmers digital. So reduziert sich der bürokratische Aufwand. 

Außerdem gibt es immer wieder Konflikte darüber, ob eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung des Arbeitnehmers rechtzeitig beim Arbeitgeber vorlag oder nicht. Mit einer elektronischen AU ist das Übermittlungsdatum jederzeit digital nachverfolgbar, sodass der Eingang der AU keinen Streitpunkt mehr darstellen kann.

Was bleibt trotz elektronischer AU erhalten?

Arbeitnehmer haben weiterhin die Pflicht, ihrem Arbeitgeber eine Arbeitsunfähigkeit zu melden und diese ärztlich feststellen zu lassen. Für die persönlichen Unterlagen erhalten sie weiterhin die AU in Papierformat von der Arztpraxis.

Katharina Bensch

Katharina Bensch ist die clocko:do-Expertin für Themen rund um den Arbeitsalltag.
Mit zertifiziertem Fachwissen zu rechtlichen Arbeitsthemen und vielfältiger Erfahrung als Redakteurin betreut sie das clocko:do-Info-Portal.

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