Trainee


Definition: Was ist ein Trainee?

Als Trainee bezeichnet man einen Hochschulabsolventen, der in einem Unternehmen üblicherweise verschiedene Abteilungen durchläuft und zu einer Fach- oder Führungskraft ausgebildet wird. Dies nennt man Traineeprogramm. Zusätzlich zu diesem allgemeinen Ablauf gibt es weitere Arten von Traineeprogrammen, die weniger Rotation beinhalten, sondern eine direkte Einarbeitung in einen Fachbereich des Trainees vornehmen. 

Trainees können kürzlich ihr Studium beendet haben oder aber auch Berufserfahrene oder Quereinsteiger sein. Sie gelten als Arbeitnehmer im Unternehmen. Synonyme für Traineeprogramme sind beispielsweise Einstiegsprogramme, Nachwuchsprogramme oder Traineeship. 


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In welchen Branchen gibt es Traineeprogramme?

Trainees gibt es in allen Branchen und viele Arbeitgeber bieten heutzutage Traineeprogramme an. Besonders häufig arbeiten Trainees allerdings im Marketing, in der Unternehmensberatung, im Ingenieurwesen sowie im Medien- und PR-Bereich.


Wie funktioniert ein Traineeprogramm?

Grundsätzlich unterscheiden Arbeitgeber zwischen drei Arten von Traineeprogrammen: dem allgemeinen Traineeprogramm, dem Fachtraineeprogramm und dem Traineestudium.


Allgemeines Traineeprogramm

In einem klassischen Traineeprogramm, auch generalistisches Traineeprogramm genannt, durchläuft der Trainee mehrere Abteilungen im Unternehmen und lernt unterschiedliche Jobs kennen. Er nimmt also eine sogenannte Job-Rotation vor. Dadurch erhält er Einblicke in viele unterschiedliche Fachbereiche, beispielsweise in die Buchhaltung, das Personalcontrolling oder Marketing. Zusätzlich bekommt der Trainee einen besseren Gesamtüberblick über das Unternehmen. Da ein Traineeprogramm auch dazu dient, zukünftige Führungskräfte des Betriebs auszubilden, hilft das frühe Verständnis über Strukturen im Betrieb für die weitere Berufslaufbahn des Trainees in diesem. 

Ein Traineeprogramm bietet aber nicht nur eine praktische Ausbildung, sondern sorgt ebenfalls für theoretische Weiterbildungen. Diese bekommen Trainees in Form von Seminaren, Coachings oder Workshops. So erhalten sie fachliche, persönliche und methodische Fortbildungen. 

In der Regel dürfen sich Trainees nach Ablauf des Programms selbst für einen Fachbereich entscheiden, in dem sie zukünftig arbeiten möchten, oder zumindest Präferenzen angeben, welche Abteilung ihnen am besten gefallen hat. 

Traineeprogramme sind zwar darauf ausgelegt, dass der Trainee im Unternehmen bleibt, allerdings ist er nicht an den Betrieb gebunden, wenn sein Vertrag ausläuft und keine andere Regelung schriftlich festgehalten wurde. 

Bonustipp für Arbeitgeber

Bringen Sie Ihrem Trainee von Anfang an Wertschätzung entgegen und zeigen Sie ihm, dass er keinesfalls nur ein besser bezahlter Praktikant ist. Bieten Sie daher Einführungs- und Netzwerkveranstaltungen an und erstellen Sie Ihrem neuen Mitarbeiter einen Einsatzplan. So sieht dieser direkt, was im Traineeprogramm auf ihn zukommt und welche Unternehmensbereiche er wann kennenlernen wird. Treffen Sie gemeinsame Absprachen, beispielsweise zur Betreuung und zu Zielen des Traineeprogramms, und halten Sie diese in einem Arbeitsvertrag fest. 


Fachtraineeprogramm

Im Gegensatz zum allgemeinen Ablauf durchläuft der Trainee in einem Fachprogramm nicht alle Unternehmensbereiche, stattdessen steht bereits bei seiner Einstellung der Übernahmebereich fest. Diesen legt der Arbeitgeber nach den Präferenzen und fachlichen Kompetenzen des Trainees fest, beispielsweise anhand dessen Studiumschwerpunktes. Der Trainee befindet sich also die gesamte Laufzeit des Programms in derselben Abteilung. 

Abweichungen von dieser Vorgehensweise können vorkommen. Abgewandelte Fachtraineeprogramme liegen beispielsweise vor, wenn der Trainee 50 Prozent seines Traineeprogramms in seinem zukünftigen Übernahmebereich und die anderen 50 Prozent in unterschiedlichen Unternehmensbereichen durchläuft. Eine weitere Möglichkeit ist, dass er ergänzend zu seinem Hauptbereich kurze Zeiträume, wie beispielsweise zwei Wochen, in einer anderen Abteilung verbringt. So erhält er zumindest generelle Informationen über weitere Unternehmensbereiche.

Theoretische Weiterbildungen hat der Trainee wie beim klassischen Programm ebenfalls durch Seminare oder Workshops.


Traineestudium

Bieten Arbeitgeber Studierenden ein Traineestudium an, handelt es sich um eine frühzeitige Form der Fach- und Führungskräftegenerierung. In diesem Programm erhält der Student eine finanzielle Unterstützung während seines noch laufenden Studiums vom Arbeitgeber, beispielsweise durch die Übernahme der Studienkosten oder ein Traineegehalt. Der Student verpflichtet sich wiederum, während des Studiums im Unternehmen zu arbeiten, beispielsweise als Werkstudent oder durch Praktika in der vorlesungsfreien Zeit, und nach seinem Abschluss in dem Betrieb für eine festgelegte Mindestanzahl an Jahren zu arbeiten. Dadurch bindet der Arbeitgeber den zukünftigen Hochschulabsolventen an sein Unternehmen.

(Quelle: trainee-gefluester.de)


Welche Regelungen müssen Arbeitgeber für Traineeprogramme beachten?

Für Traineeprogramme müssen Arbeitgeber keine rechtlichen Standards beachten. Sie können diese unabhängig von den Inhalten der Ausbildung und den Rahmenbedingungen des Betriebs anbieten. Daher gibt es häufig Unterschiede in der Dauer, Bezahlung oder den Lerninhalten des Traineeprogramms sowie bezüglich der Karriereperspektiven des Trainees. Die Bandbreite eines Traineeprogramms verläuft von standardisierten bis hin zu individuell auf das Unternehmen abgestimmten Konzepten.

Der Ablauf eines Traineeprogrammes lässt sich standardmäßig in vier Phasen untergliedern: die Einführungsphase, die Qualifizierungsphase, den Auslandsaufenthalt und die Spezialisierungsphase. Aber auch hier können Arbeitgeber individuelle Pläne für ihr eigenes Traineeprogramm im Unternehmen erstellen und sind auf keine Standards angewiesen.

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Wie lange dauert ein Traineeprogramm?

Im Schnitt dauert ein Traineeprogramm zwischen sechs Monaten und zwei Jahren, da so eine Einarbeitung und ein Übergang in eine Führungsposition des Trainees gut machbar sind. Die Dauer kann der Arbeitgeber aber individuell festlegen.


Was ist der Unterschied zwischen einem Traineeprogramm und einem Direkteinstieg?

Der Unterschied zwischen einem Traineeprogramm und einem Direkteinstieg liegt darin, dass Trainees eine besondere Betreuung erhalten. Oftmals haben sie einen direkten Mentor und werden zusätzlich von ihrem Abteilungsleiter sowie der Personalabteilung betreut. Bei einem Direkteinstieg sind Arbeitnehmer in der Regel von vornherein auf sich alleine gestellt. Außerdem fangen Direkteinsteiger sofort in der ihnen zugeteilten Position an und übernehmen Verantwortung. Trainees haben die Möglichkeit, durch das Durchlaufen verschiedener Unternehmensbereiche für sie geeignete Aufgabenbereiche zu erkennen und so ihre Karriere zu planen sowie aufzubauen


Welche Vor- und Nachteile bieten Traineeprogramme?

Vorteile Arbeitgeber 

  • gut ausgebildete Mitarbeiter, die sich bereits intensiv mit der Unternehmensstruktur beschäftigt haben
  • Nachwuchskräfte aus den eigenen Reihen
  • Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen

Nachteile Arbeitgeber 

  • aufwendig, da viel Organisation nötig ist (Betreuung, Einsatzplan, …)
  • kostenintensiv 

Vorteile Arbeitnehmer 

  • möglicherweise Angebot eines Auslandsaufenthalts 
  • Betreuung durch beispielsweise einen Mentor 
  • viele Einblicke zur Orientierung im weiteren Berufsleben aufgrund der Einsätze in unterschiedlichen Unternehmensbereichen
  • viele Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Aufbau von Netzwerken

Nachteile Arbeitnehmer 

  • oftmals eher geringe Vergütung

Beispiel

Nadine bietet neuerdings in ihrem Unternehmen Traineeprogramme an. Sie möchte Hochschulabsolventen die Möglichkeit geben, eine Orientierung für ihr Berufsleben zu bekommen und sich nicht wie bei einem Direkteinstieg auf einen Unternehmensbereich festlegen zu müssen. Außerdem profitiert sie von der Ausbildung möglicher Nachwuchskräfte aus dem eigenen Betrieb. Nadine stellt die beiden Trainees Tina und Leon ein. Beide erhalten einen Einsatzplan und sehen direkt, welche Abteilungen sie wann in dem zweijährigen Traineeprogramm durchlaufen.

Nadine hat beiden eine Übernahme nach Ende des Programms vertraglich zugesichert, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Hierfür nutzt sie ein Punktesystem. Nach dem Durchlaufen jeder Abteilung erhalten Nadine und Leon von dem jeweiligen Abteilungsleiter für ihre Aufgaben und Leistungen Punkte. Damit ihnen eine Übernahme garantiert ist, müssen beide jeweils mindestens 150 Punkte aus allen Abteilungen insgesamt haben. 


Katharina Bensch


Katharina Bensch ist die clockodo-Expertin für Themen rund um den Arbeitsalltag.
Mit zertifiziertem Fachwissen zu rechtlichen Arbeitsthemen und vielfältiger Erfahrung als Redakteurin betreut sie das clockodo-Info-Portal.


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