Mobiles Arbeiten


Definition: Was ist mobiles Arbeiten?

Mobiles Arbeiten bedeutet arbeiten an wechselnden Orten, die sich außerhalb eines Betriebs befinden. Ein Arbeitnehmer kann seinen mobilen Arbeitsplatz frei wählen und jederzeit ändern. Dieser kann grundsätzlich alle Orte nutzen, die es ihm ermöglichen, seine Aufgaben zu erledigen – sei es auf Reisen in einem Hotel oder Zug, auf dem Weg zum Kunden, zu Hause auf der Couch oder unterwegs in einem gemütlichen Café. Arbeitsgeräte wie Laptop, Tablet und Smartphone machen mobile Arbeit möglich.

Für mobiles Arbeiten gilt sowohl das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) als auch das Arbeitszeitgesetz (ArbZG). Lediglich die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) hat hier keine Gültigkeit, da diese aufgrund der wechselnden Arbeitsplätze nicht gewährleistet werden kann.


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Wieso ist mobiles Arbeiten relevant?

Insbesondere in Zeiten der Digitalisierung ist mobiles Arbeiten unter Arbeitnehmern immer beliebter. Oftmals gibt es in Unternehmen nur noch papierlose Arbeit, so dass die Aufgaben ausschließlich am Laptop oder PC erledigt werden können. Ein Forschungsbericht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) zeigt, dass die Arbeit von einem selbstgewählten Ort zu mehr Arbeitszufriedenheit unter Angestellten führt. Ein Vorteil für Vorgesetzte, die dieses Modell in ihrem Unternehmen anbieten, ist die steigende Attraktivität als Arbeitgeber. Flexible Arbeitsmodelle stehen für eine offene, innovative und vertrauensvolle Unternehmenskultur. Die Flexibilität in der Wahl des Arbeitsortes und der Einteilung der Arbeitszeit entspricht damit den Wünschen vieler Angestellter.


Was sind die rechtlichen Grundlagen für mobiles Arbeiten?

Arbeitgeber, die Mobilarbeit ermöglichen möchten, müssen sich an die zugehörigen Gesetze halten. Das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), das die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter regelt, gilt bei mobilem Arbeiten uneingeschränkt. Dieses kann ein Vorgesetzter beispielsweise durch Buchungen eines Zug- oder Flugtickets in einer gut ausgestatteten Kategorie oder durch angepasste Arbeitsmittel und Schutzgeräte umsetzen.

Die Arbeitszeit bei Mobilarbeit unterliegt dem Arbeitszeitgesetz (ArbZG). Der Arbeitgeber muss darauf achten, dass die Angestellten die Pausenregelungen sowie die Höchstarbeitszeit beachten. Wichtig ist außerdem, dass die Grenze zwischen Privat und Arbeit nicht verschwimmt. Das heißt, es sollte in der Betriebsvereinbarung oder in einem individuellen Vertrag genau geregelt werden, zu welchen Zeiten die Erreichbarkeit des Arbeitnehmers gewährleistet sein muss. Außerhalb dieser Zeiten muss der Angestellte für den Vorgesetzten nicht zur Verfügung stehen.

Dagegen findet die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) keine Anwendung für das ortsungebundene Arbeiten. Dieses wird beispielsweise von Außendienstleistern genutzt. Sie erledigen ihre Aufgaben oftmals auf dem Weg zum Kunden am Laptop oder am Smartphone. Eine Prüfung des Arbeitsplatzes vom Arbeitgeber kann nicht vorgenommen werden.

Für Mobilarbeit gelten die gleichen betriebsbedingten Datenschutzregeln wie auch für Arbeit vor Ort. Der sorgfältige und sichere Umgang mit personenbezogenen Daten des Arbeitgebers als auch Dritter muss gesichert sein. Dafür bedarf es gegebenenfalls einer besonderen arbeitsvertraglichen Regelung. Der Vorgesetzte kann die Sicherung der Daten durch angepasste technische und organisatorische Maßnahmen gewährleisten, beispielsweise durch einen speziellen Sichtschutz auf dem Laptop.


Gibt es ein Recht auf mobiles Arbeiten?

Ob und inwiefern ein Chef seinen Angestellten Mobilarbeit ermöglicht, beschließt allein dieser. Entscheidet der Arbeitgeber sich für eine Umsetzung, muss dies in der Betriebsvereinbarung festgehalten werden, wenn sie vorhanden ist. Individuelle oder kollektive Regelungen sind wichtig, damit keine Fragen und Diskussionen aufkommen.


Wo funktioniert mobiles Arbeiten?

Solange es nicht anders vertraglich geregelt ist, funktioniert Mobilarbeit an allen Arbeitsplätzen, an denen der Arbeitnehmer arbeiten möchte. Bei einigen Mitarbeitern kommt die Frage auf, ob Mobilarbeit auch im Ausland gestattet ist. Hierfür ist es notwendig, dass der Angestellte sich mit seinem Chef abspricht. Dieser muss einverstanden sein und die Vereinbarung über mobiles Arbeiten im Ausland in die Betriebsvereinbarung oder einen individuellen Vertrag aufnehmen. Auch für dieses Modell gelten alle Gesetze und Regelungen, die im Inland festgesetzt sind.


Mobiles Arbeiten
Vorteile

Mobiles Arbeiten
Nachteile


Beispiel mobiles Arbeiten

Mia arbeitet in der Marketingabteilung eines mittelständischen Unternehmens. Da für Mia im nächsten Monat viele außerbetriebliche Geschäftsmeetings und private Termine anstehen, hat sie mit ihrem Chef vertraglich einen Monat Mobiles Arbeiten vereinbart. In diesem Monat muss Mia viele Inlandsreisen mit dem Flugzeug und dem Zug machen. Durch die Mobilarbeit kann sie die Reisezeit nutzen und am Flughafen, im Zug sowie im Hotelzimmer am Laptop arbeiten. Um das Modell noch weiter zu testen, setzt Mia sich an einigen Tagen in öffentliche Cafés, um von dort zu arbeiten. Zu Hause entscheidet sie sich für verschiedene Räume, um ihre Aufgaben zu erledigen. Sie nutzt ihren Küchentisch, ihren Esstisch, ihre Couch und bei sonnigem Wetter ihren Garten als mobile Arbeitsplätze, um zu sehen, an welchem Ort ihre Produktivität am höchsten ist.


Was unterscheidet mobiles Arbeiten vom Home-Office?

Mobile Arbeit kann von überall erledigt werden und benötigt keinen fest eingerichteten Arbeitsplatz. Dies steht somit im Gegensatz zum Home-Office, da hier ein fest eingerichteter Arbeitsplatz gewährleistet sein muss. Mobilarbeit ist somit ortsungebunden und Home-Office ortsgebunden. Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) gilt nur für das Home-Office.

Home-Office, auch Telearbeit genannt, benötigt einen eingerichteten Bildschirmarbeitsplatz. Der Arbeitgeber muss diesen Platz mit Arbeitsmitteln, Mobiliar und Kommunikationsmöglichkeiten ausstatten. Für die Mobilarbeit ist kein Arbeitsgerät festgelegt, diese kann beispielsweise auch über das Smartphone erledigt werden.


Gesetzentwurf zum mobilen Arbeiten

Im Oktober 2020 hat der Bundesarbeitsminister das Mobile-Arbeit-Gesetz als Entwurf vorgestellt. Dieser Gesetzentwurf zum Mobilen Arbeiten sieht einen Anspruch auf mindestens 24 Tage Mobilarbeit pro Jahr bei einer 5-Tage-Woche vor, sofern die Möglichkeit hierfür im Unternehmen gegeben ist. Der Arbeitgeber muss lediglich sicherstellen, dass die Arbeitszeit der Arbeitnehmer vollständig erfasst wird. Hierfür kann eine digitale Zeiterfassung die Lösung sein.


Katharina Bensch


Katharina Bensch ist die clockodo-Expertin für Themen rund um den Arbeitsalltag.
Mit Fachwissen zu rechtlichen Arbeitsthemen und vielfältiger Erfahrung als Redakteurin betreut sie das clockodo-Info-Portal.


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