Stress am Arbeitsplatz ist oft bedingt durch zu viele Aufgaben und Überstunden

Stress am Arbeitsplatz reduzieren – Schützen Sie Ihre Mitarbeiter vor Burn-Out

  • Magazin
  • 02.07.2018

Die Digitalisierung macht das Arbeitsleben schneller. E-Mails kommen in wenigen Sekunden an, Handys führen zu ständiger Erreichbarkeit und zahllose PC-Programme führen gleichzeitig viele verschiedene Prozesse aus. Der Mensch ist in seiner Entwicklung viel langsamer.

Die Anforderungen im Berufsleben haben eine Auswirkung auf die Gesundheit der Arbeitnehmer. Stress am Arbeitsplatz kann im schlimmsten Fall zu ernsten Erkrankungen führen. Das führt zu Personalausfall und damit verbundenen Kosten für den Arbeitgeber. Es lohnt sich also für beide Seiten, Anspannungen zu reduzieren und das Stressmanagement anzugehen.

2017 hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin den Bericht „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt“ veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass 49 Prozent der befragten Arbeitnehmer aus verschiedenen Branchen sehr schnell arbeiten müssen. 51 Prozent arbeiten unter starkem Termin- und Leistungsdruck. Verschiedene Aufgaben gleichzeitig ausführen müssen 67 Prozent der Angestellten.

Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer kommen täglich mit Stressfaktoren in Berührung. Hält die Anspannung bei der Arbeit über einen längeren Zeitraum an, sind negative Auswirkungen vorprogrammiert. Entspannung und Stressmanagement haben oberste Priorität.

Faktoren für Stress am Arbeitsplatz

Eine hohe psychische Belastung kann im Job verschiedene Ursachen haben. Häufig wirken die Faktoren für Stress am Arbeitsplatz zusammen und verstärken sich gegenseitig. Dabei geht es um die Arbeit und die Aufgaben, aber auch um das Arbeitsklima und die Rahmenbedingungen. Die folgenden Punkte spielen eine Rolle bei Stress im Job:

Folgen von Stress am Arbeitsplatz

Die Faktoren wirken gemeinsam. Fühlbare Beschwerden stellen sich ein, wenn Druck über einen längeren Zeitraum auf einen Arbeitnehmer wirkt. Die Folgen sind nicht unbedingt direkt erkennbar und schleichen sich über einen Zeitraum ein. Sie erscheinen oft wie vorübergehende Launen oder schlechte Tage und nicht wie Stress durch die Arbeit. Es handelt sich um:

Konzentrationsstörungen
Sorgen, Ängste und andere negative Gefühle lenken von der Arbeit ab. Absprachen und Vorgaben werden vergessen und es passieren leichter Fehler.

Blockaden und Blackouts
Stress am Arbeitsplatz führt zu Phasen, in denen Arbeitnehmer nicht nachdenken können. Probleme lassen sich einfach nicht lösen und Ideen wollen nicht kommen.

Negative Gefühle
Druck löst, je nach Menschentyp, unterschiedliche Gefühle aus. Es stellen sich Wut, Gereiztheit, Nervosität oder Panik ein. Jeder reagiert unterschiedlich, aber niemand positiv. Diese Gefühle beeinflussen die Qualität der Arbeit und das Klima im Unternehmen.

Stress im Job hat nicht nur Auswirkungen auf das Gemüt und die Produktivität, sondern auch direkt auf den Körper. Ernsthafte Erkrankungen, physisch wie psychisch, können entstehen.

  • Herz- und Kreislaufbeschwerden
  • Permanente Müdigkeit
  • Kopf- und Rückenschmerzen
  • Körperliche Ventile wie Zähneknirschen und Wippen mit dem Fuß
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Schlafstörungen
  • Magen- und Darmbeschwerden
  • Tinnitus
  • Depressionen
  • Burn-Out

Durch den individuellen Umgang mit Stress sind die einzelnen Auswirkungen bei jedem Menschen anders ausgeprägt. Negative Erfahrungen in der Vergangenheit verstärken den Prozess. Manche Arbeitnehmer sind durch temporären Druck eher angespornt. Bei andauerndem Stress am Arbeitsplatz aber leiden Mitarbeiter und Aufgaben darunter. Der Körper baut Stresshormone nicht mehr ab und befindet sich ununterbrochen in einer Ausnahmesituation.

Daran erkennen Sie gestresste Mitarbeiter

Oft erscheinen kleine Wehwehchen wie lästige Launen. Sie können aber auf Stress am Arbeitsplatz hindeuten, wenn sie gehäuft vorkommen.

Maßnahmen gegen Stress am Arbeitsplatz

Arbeitgeber haben ihren Mitarbeitern gegenüber eine Fürsorgepflicht. Sie müssen laut Gesetz Gefahren am Arbeitsplatz vorbeugen. Die moderne Arbeitswelt birgt nicht nur Unfälle, auch die Psyche leidet schnell unter einer falschen Behandlung. Die Beschwerden können sich zu einem Burn-Out aufstauen und einen langen Ausfall des Mitarbeiters nach sich ziehen. Wichtig ist der richtige Umgang mit Stress am Arbeitsplatz. Geben Sie dazu jedem Angestellten die Freiheit, seinen Stress zu bewältigen und sich zu entspannen.

Wenn Sie das Gefühl haben, ein oder mehrere Mitarbeiter seien gestresst, sollten Sie das Gespräch suchen. Besonders, wenn keine anstrengende Phase stattfindet und andere Angestellte keine Symptome für ein zu hohes Stresslevel aufweisen.

Stress ansprechen
Vereinbaren Sie einen Termin unter vier Augen und sprechen Sie den Mitarbeiter behutsam darauf an. Zeigen Sie sich hilfsbereit und besprechen Sie Maßnahmen, die für beide Seiten infrage kommen. Zeigen Sie die Prioritäten auf und erklären, welche Projekte noch Zeit haben. Fragen Sie nach, ob der Arbeitnehmer Zeit braucht, sich neu zu strukturieren.

Frei geben
Wenn es möglich ist, schicken Sie den Mitarbeiter in Urlaub oder für einen Tag nach Hause. Teilen Sie ihm mit, dass er sich keine Sorgen machen, sondern sich erholen soll. Entspannung ist das oberste Ziel für Stressbewältigung.

Verständnis zeigen
Stress durch den Job kann jeden ereilen. Teilen Sie Ihren Angestellten mit, dass Sie sich über eine anstrengende Phase bewusst sind. Das nimmt den Druck von den Mitarbeitern und zeigt ihnen, dass sie nicht allein mit der Situation sind. Auch ein Einzelgespräch erfordert Verständnis. Zeigen Sie, dass Sie gemeinsam den Stress abbauen möchten.

Für alle Arbeitnehmer gilt es, Stress am Arbeitsplatz im Voraus vorzubeugen. Leiden erste Angestellte unter hoher Belastung, ist es fast zu spät. Sie sollten umgehend die Faktoren für Stress reduzieren.

Folgende Maßnahmen helfen von vorn herein, angespannte Situationen und Phasen zu vermeiden.

Funktionierende Kommunikation

Seien Sie für Fragen erreichbar und machen Sie dies deutlich. Richten Sie regelmäßige Meetings ein, in denen Probleme sowie Stress am Arbeitsplatz besprochen werden. Erklären Sie den Mitarbeitern, warum es gerade zu hohem Arbeitsaufwand kommt.

Prioritäten formulieren

Wissen die Angestellten, welche Aufgaben am wichtigsten sind, können sie ihre Arbeit besser aufteilen. Der Berg an Arbeit wirkt kleiner, weil bestimmte Dinge nicht dringend sind. Das ist nicht nur Arbeits- sondern auch Stressmanagement.

Zuhören

Kann ein Mitarbeiter Frust über einen Kunden oder Ähnliches kurz bei Ihnen auslassen, ist ihm schon geholfen. Begegnen Sie ihm mit Aufmunterung und Verständnis für die stressigen Aufgaben im Job.

Wertschätzung aussprechen

Lob ist nicht nur für Kinder. Mit ihm erscheint die Bearbeitung einer stressigen Aufgabe zwar lästig, aber sinnvoll. Loben Sie einzelne Mitarbeiter und das gesamte Team, das schafft Zusammenhalt.

Workflow deutlich machen

Wer nicht neu überlegen muss, wie er etwas angeht, spart Zeit. Eine eindeutige Vorgehensweise schafft Struktur, macht Fehler früh erkennbar und reduziert Stress am Arbeitsplatz.

Freiheiten lassen

Lassen Sie Ihre Arbeitnehmer die Aufgaben selbst einteilen. Die Mitarbeiter können besser beurteilen, wann ihnen welche Aufgabe am besten liegt. Setzen Sie Tage als Deadlines und möglichst keine Tageszeit.

Relevanz von Pausen deutlich machen

Pausen sind wichtig und stehen dem Arbeitnehmer zu. Zeigen Sie, dass Sie das ernst nehmen. Schlagen Sie zum Beispiel vor, dass Mitarbeiter einen Spaziergang machen. So bekommen sie Abstand und verstehen, dass kein Durcharbeiten von Pausen erwartet wird.

Technische Voraussetzungen schaffen

Die notwendigen Programme sollten nicht kompliziert, schlecht zu erreichen oder viel zu aufwendig sein. Langwierige Vorgänge oder defekte Geräte erhöhen den Stress am Arbeitsplatz. Einfache, schnelle und sinnvolle Lösungen für alle Arbeitsbereiche erleichtern die Konzentration auf die tatsächliche Aufgabe. 

Entspannte Atmosphäre verbreiten

Ständig unter Druck zu arbeiten, erschwert die Konzentration. Schaffen Sie eine ruhige und sachliche Kommunikationsgrundlage. Interessieren Sie sich ein bisschen für das Privatleben Ihrer Mitarbeiter und fragen nach, wie das Wochenende war.

Offline-Phasen vorschlagen

Müssen sich Arbeitnehmer für eine Zeit auf eine wichtige Aufgabe konzentrieren, stören Unterbrechungen. Schlagen Sie vor, für die Zeit das E-Mail-Postfach und das Telefon auszuschalten. So wird der Stress am Arbeitsplatz direkt bekämpft.

Obst und Getränke bereitstellen

Eine gesunde Ernährung macht den Körper stressresistenter. Ein Stück Schokolade zwischendurch muntert auf. Und auf dem Weg zur Obstschale können Kollegen sich austauschen und Frust ablassen. So reduzieren sie von sich aus ihren Stress.

Sportmöglichkeiten geben

Körperliche Betätigung ist ebenfalls gut gegen mentale Belastungen. Bieten Sie können zum Beispiel vergünstigte Mitgliedschaften für ein Fitnessstudio an. Auch das Zugeständnis, für einen Sportkurs pünktlich gehen zu dürfen, ist da ein Anfang.

Stress-Workshop organisieren

Holen Sie für ein paar Stündchen einen Experten für Stress im Beruf ins Haus. Dieser erklärt den Angestellten Methoden zur Stressreduzierung und Entspannung. Die Mitarbeiter lernen, wie sie mit hoher Belastung umgehen. 

Fazit

Stress am Arbeitsplatz entsteht schnell. Er belastet den Arbeitnehmer körperlich und psychisch und den Arbeitgeber finanziell bei einem Ausfall. Sollten Sie bereits gestresste Mitarbeiter haben, reagieren Sie schnell und suchen das Gespräch. Auch eine Prävention für alle Angestellten ergibt viel Sinn. Ihre Mitarbeiter fühlen sich ernst genommen und die Loyalität zum Unternehmen wächst. Stress zu reduzieren ist für alle ein Gewinn.

Viel Erfolg bei der Umsetzung!

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