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7 Tipps, wie Freelancer mehr Freizeit finden

Sonntagabend, 23:30 Uhr. Im Arbeitszimmer brennt noch Licht, es wird gerade frischer Kaffee aufgebrüht. Ein Freelancer sitzt am Schreibtisch, denn sein Projekt ist morgen früh fällig. Die Grillparty mit Freunden wurde abgesagt und die Kinder sind ohne Gute-Nacht-Geschichte ins Bett gegangen. Kaum jemand, der sich selbstständig macht, hat sich das so vorgestellt. Im Gegenteil: Man denkt im Vorfeld an weniger Arbeit und mehr Freizeit.

Von Jahr zu Jahr entscheiden sich in Deutschland aber immer mehr Menschen, selbstständig zu arbeiten. Ende letzten Jahres berichtete das Handelsblatt von 2,31 Millionen einzelnen Selbstständigen im Vorjahr. Dazu kommen noch 1,83 Selbstständige mit Angestellten. Als Gründe für diesen Arbeitsweg liegen laut Freelancer-Kompass Unabhängigkeit mit rund 57,91 Prozent und freie Zeiteinteilung mit 55,04 Prozent auf den ersten beiden Plätzen. 

Es steckt eigentlich in der Bezeichnung der Freelancer: Freie Entscheidungen prägen ihren Alltag. Sie suchen sich ihren Beruf und oft ihre Kunden aus. In den meisten Fällen entscheiden sie auch, von wo sie arbeiten und wie viele Aufträge sie annehmen. Spontane Ausflüge oder morgens einmal ausschlafen sind bei freiberuflicher Tätigkeit oft kein Problem. So die Theorie. Die tatsächlich gearbeiteten Stunden übersteigen nach Freelancer-Kompass eine 40-Stunden-Woche aber meist, sechs Prozent arbeiten sogar mehr als 60 Stunden. Wie soll man da Freizeit finden?

Um neben der Selbstorganisation noch freie Zeit zu finden oder gar ein ganzes Wochenende zu genießen, kann man sich an einfach umzusetzende Freelancer-Tipps halten. Wer sich selbst beobachtet und lernt, wie, wann und wo er am besten arbeitet, weiß genau, wie er zu seiner wohlverdienten Freizeit kommt.

Hier kommen 7 Tipps für mehr Freizeit im Freelancer-Alltag

1. Einen 9-to-5-Job machen: Mehr Freizeit am Abend

Ein klarer Vorteil von Freelancern ist es, jederzeit arbeiten zu können und auch jederzeit frei machen zu können. Dabei verliert man jedoch leicht den Überblick, wie viel Arbeit man in welcher Zeit schaffen kann. Deswegen ist es sinnvoll, sich selbst feste Arbeitszeiten zu setzen und jeden Morgen um dieselbe Uhrzeit aufzustehen. Auch das Aufschieben und Prokrastinieren wird dadurch eingedämmt. Freelancer können so mehr Freizeit finden, wenn auch ihre Freunde und Familie verfügbar sind. Wem das zu nah an einem Angestellten-Verhältnis ist, kann es zunächst mit einer festen Anfangszeit probieren und den Arbeitstag flexibel enden lassen. Auch eine strikte Kernarbeitszeit, an die man vorne und hinten Stunden hängen kann, ist denkbar. Mit solchen Vorgaben ist auch das Wochenende leicht eingeplant. 

2. Unbeliebte Arbeit zuerst machen

Eigentlich sucht sich der Freelancer seine Arbeit aus und gewinnt schon so mehr Freizeit. Trotzdem ist nicht jedes Projekt gleich spannend oder kreativ. Wer seine unliebsamen Aufgaben aber abarbeitet und nicht nach hinten verschiebt, wird sich über seinen Fortschritt freuen. Denn erfahrungsgemäß braucht man für solche Projekte noch mehr Zeit, wenn man unmotiviert ist und seine freie Zeit opfern muss. So aber sind die Aufträge fertig und warten nicht am Sonntagabend. Und danach sind wieder die lustigen Projekte an der Reihe. 

3. Richtig priorisieren

Es ergibt Sinn, die Anfragen in der Reihenfolge abzuarbeiten, in der sie reinkommen. Noch sinnvoller ist es, sie nach Abgabedatum zu sortieren, um Deadlines einhalten zu können. Am sinnvollsten aber kann eine ganz persönliche Einschätzung eigener Kapazitäten sein. Wer seine Arbeit, seine Schnelligkeit und die Projektlänge kennt, der weiß, wann er welche Art von Projekten am besten erledigen kann. Ein kurzes Projekt könnte zwischengeschoben werden, wenn es innerhalb eines Tages fertig ist. Vielleicht ist auch eine etwas langweiligere Aufgabe zum Beispiel an einem sonnigen Tag besser aufgehoben, wenn die eigene Laune auf dem Höhepunkt ist. Wer weiß, wie er seine Arbeitszeit für sich optimal gestaltet, kann wann anders mehr Freizeit genießen. 

4. Die Offline-Übung

Den meisten Menschen fällt es mittlerweile schwer, nicht immer online zu sein. Möchte man sich jedoch auf sein aktuelles Projekt konzentrieren, stören ständige Blicke ins E-Mail-Postfach. Kunden können gut und gerne auch mal eine Stunde auf ihre Freiberufler verzichten. Und wer etwas Dringendes will, der ruft an. Außerdem lernen auch die Auftraggeber, dass man nicht jede Minute und auch nicht am Wochenende erreichbar ist. Grundsätzlich sollte man natürlich immer für Nachfragen und neue Anfragen zur Verfügung stehen, dennoch sind Projektphasen sehr wichtig. Sich feste E-Mail-Zeiten einzurichten fördert die Konzentration für diese Phasen und die Aufträge sind schneller fertig. Am Abend lässt sich so mehr Freizeit finden, wenn der Tag bereits produktiv war.

5. Puffer einplanen: Mehr Freizeit im Anschluss

Jeder Auftraggeber wird für seine Projekte ein Abgabedatum festsetzen. Es kann sinnvoll sein, sich selber aber zu einem noch früheren Termin zu verpflichten. Je länger die Bearbeitungszeit und je größer das Projekt, desto früher sollte auch der eigene Termin sein. Denn wer von zu Hause aus arbeitet ist leicht abgelenkt. Zusätzlich kann sich jeder Auftrag als zeitaufwändiger entpuppen als gedacht. Sollte dann die eigene Deadline nicht eingehalten werden können, ist noch ausreichend Puffer da, um pünktlich abzugeben und das Ganze nicht auf das Wochenende verschieben zu müssen. Ist man doch eher fertig, genießt man eben mehr Freizeit.

6. Nein!

Brauche ich das neue Projekt wirklich? Es ist schön, viele Anfragen für seine Arbeit zu bekommen. Aber in stressigen Phasen kann es sinnvoll sein, zeitintensive Projekte mit niedrigerer Bezahlung abzulehnen. Oft neigt man dazu, Aufträge von guten Kunden ohne Hinterfragen anzunehmen. Gelegentlich sollte man aber überdenken, ob man tatsächlich die Kapazitäten dafür hat und sich der Aufwand in Einzelfällen überhaupt lohnt. Dadurch bekommen auch die aktuellen Aufgaben mehr Raum und die Arbeit besticht durch Qualität. 

7. Mit Zeit handeln: Mehr Freizeit zwischen Projekten

Wer nicht auf Aufträge verzichten kann oder möchte, darf den Kunden auch um mehr Zeit bitten. Dies sollte möglichst direkt bei der Anfrage geschehen. Mit dem Terminkalender vor sich lässt sich einschätzen, wann wieder Luft für eine neue Aufgabe ist. Kunden, die mit Freelancern arbeiten, planen oft selbst Puffer ein. Wer ehrlich sagt, wann er sich wirklich auf das neue Projekt konzentrieren kann, punktet mit Gewissenhaftigkeit. So können Selbstständige zwischen Aufträgen mehr Freizeit finden und planen. Und übrigens: Am Wochenende arbeiten die wenigsten Auftraggeber. 

Wer mehr Freizeit finden möchte, sollte den ein oder anderen Freelancer-Tipp einfach mal ausprobieren. Nicht alle Vorschläge sind jederzeit für jeden Selbstständigen umsetzbar. Dennoch können die Ideen helfen, einen neuen Blickwinkel auf die tägliche freie Arbeit zu eröffnen.

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