Stundenkonto


Stundenkonto Definition

In einem Stundenkonto halten Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit fest. Es geht um die tatsächlich geleistete Arbeitszeit und nicht um die im Vertrag vereinbarte. Diese Konten werden auch Arbeitszeitkonto oder Überstundenkonto genannt.

In der Regel handelt es sich um Gleitzeitkonten oder Ansparkonten. Meist sind Gleitzeitkonten für eine kurze Zeit gedacht, in der Plus- und Minusstunden der täglichen Arbeit gezählt werden. In einem festgelegten Zeitraum muss der Arbeitnehmer diese wieder abbauen oder ausbezahlt bekommen. Längerfristige Stundenkonten werden auch Langzeitkonto oder Lebensarbeitszeitkonto genannt. Hier sammelt der Angestellte Zeit für ein Jahr Auszeit oder einen früheren Austritt aus dem Berufsleben.

Ein Stundenkonto kann vom Mitarbeiter digital in einem Stundenkonto-Programm oder handschriftlich als Tabelle geführt werden. Auch eine Stempeluhr beziehungsweise Stechuhr ist möglich.


Wie funktioniert ein Stundenkonto?

Ein Stundenkonto basiert auf der Soll- und Ist-Arbeitszeit eines Beschäftigten. Die vertraglich geregelte Arbeitszeit ist als Soll hinterlegt. Die tatsächlich gearbeitete Ist-Zeit kann unter oder über dieser Grenze liegen. Es handelt sich dann um Minus- oder Plusstunden. Das Konto zeigt die abweichende Zeit an. Besonders bei flexiblen Arbeitszeiten ist das Führen eines Stundenkontos sinnvoll.

Müssen Mitarbeiter sich nicht um eine bestimmte Zeit ein- und ausloggen, arbeiten sie in Gleitzeit. Manche Arbeitgeber definieren eine Kernarbeitszeit, in der Angestellte da sein müssen. Das ergibt Sinn, wenn viele Termine und Besprechungen stattfinden oder ein Telefon besetzt sein muss.

Lohnzahlung

Ist ein fester Monatslohn vereinbart, dann weicht dieser nicht ab, nur weil das Stundenkonto unausgeglichen ist. Sind am Ende des Monats Minusstunden vorhanden, gibt der Arbeitgeber quasi einen Geldvorschuss. Entstehen Plusstunden, geht der Arbeitnehmer in „Vorkasse“.

Ausscheiden aus Unternehmen

Scheidet ein Angestellter aus dem Unternehmen aus und hat Plusstunden, kann er diese abbauen, wenn noch Zeit dazu ist. Da Überstunden vergütet werden müssen, muss der Arbeitgeber diese andernfalls auszahlen. Das gilt für notwendige Überstunden, die durch Arbeitsaufträge vom Arbeitgeber angeordnet oder von ihm gebilligt sind. Für Minusstunden bei Kündigungen kommt es darauf an, wer diese verschuldet hat. War keine Arbeit vorhanden, muss der Arbeitgeber trotzdem den vollen Lohn zahlen. Hat der Arbeitnehmer eigenmächtig gehandelt, werden die Stunden vom Lohn abgezogen.


Arbeitsrecht & Stundenkonto

Die Nutzung eines Stundenkontos kann nur verpflichtend sein, wenn sie im Arbeitsvertrag beziehungsweise Tarifvertrag festgelegt ist. Eine Regelung in einer Betriebsvereinbarung ist auch möglich. Ist in keinem dieser Verträge eine Stundenkonto-Nutzung festgelegt, muss der Arbeitnehmer seine Arbeitszeiten nicht explizit festhalten.

In der Stundenkonto-Regelung sollte der Umgang mit Plus- und Minusstunden genau festgelegt sein.


Was sind die Vorteile vom Arbeitszeitkonto?

Für den Arbeitnehmer: Jede Minute zählt

Angestellte fühlen sich im ersten Moment vielleicht beobachtet, wenn ihre tatsächliche Arbeitszeit von einem Stundenkonto-Programm aufgezeichnet wird. Ein Stundenkonto hat aber den Vorteil, dass jede mehr gearbeitete Minute verzeichnet ist.

Für den Arbeitgeber: Gesetzlichen Verpflichtungen einfach gerecht werden

Da Arbeitgeber verpflichtet sind, die Mehrarbeit ihrer Mitarbeiter festzuhalten (§ 16 Arbeitszeitgesetz), ist ein Stundenkonto eine gute Möglichkeit dazu. Bei Minijobs zum Beispiel ist ein Stundenkonto generell obligatorisch (§ 17 Mindestlohngesetz). Außerdem lässt sich die Personalplanung so überwachen und anpassen. Bei unterschiedlicher Auslastung des Unternehmens können auch Phasen mit kurzen und Phasen mit längeren Tagen realisiert werden.

Ein Plus an Flexibilität

Durch Gleitzeitkonten können flexible Arbeitszeiten ermöglicht werden. Es muss keine feste Anfangs- und Endzeit geben, sondern Mitarbeiter können früher anfangen oder später aufhören.


Was passiert bei Urlaub oder Krankheit?

Abwesenheiten wie Urlaub oder Krankheit haben keinen Einfluss auf das Stundenkonto. Diese Tage sind keine Minusstunden und das Zeitguthaben verringert sich nicht. Bei Überstundenabbau dagegen werden die Stunden naturgemäß mit dem Guthabenkonto verrechnet. 


Was gilt es zu beachten?

Arbeitgeber sollten die Stundenkonten ihrer Mitarbeiter im Blick behalten. Es gibt keine allgemeine Regelung im Arbeitsrecht fürs Stundenkonto. Trotzdem gibt es damit zusammenhängende Gesetze: Das Arbeitszeitgesetz schreibt bestimmte maximale Arbeitszeiten für Tage und Wochen sowie Pausen und Ruhezeiten vor. Auch der Zeitrahmen für einen Überstundenabbau ist festgelegt (24 Wochen beziehungsweise sechs Monate). 

Besonders wichtig ist, dass Arbeitgeber auf die Einhaltung des Mindestlohngesetzes achten können. Bei vielen Überstunden muss der Monatslohn der Angestellten durch die gearbeiteten Stunden im Monat geteilt werden. Liegt das Ergebnis unter dem Mindestlohn, ist das verboten. Das müssen Arbeitgeber im Vorfeld verhindern.

Unternehmensspezifische Regelungen können festhalten, in welchem Zeitraum Mehrarbeit abgebaut wird und wie viele Überstunden höchstens zulässig sind. Die gesetzlichen Vorschriften dürfen dabei nicht überschritten werden.

Gibt es einen Betriebsrat, hat dieser ein Mitbestimmungsrecht über die Einführung von Stundenkonten. 


Stundenkonto & Minijob

Für Minijobs, auch 450-Euro-Jobs oder geringfügige Beschäftigung genannt, besteht eine grundsätzliche Pflicht für die Arbeitszeiterfassung. Das gilt ebenfalls für folgende Branchen: Baugewerbe, Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe, Personenbeförderung, Speditions-, Transport- und Logistikgewerbe, Schausteller, Forstwirtschaft, Gebäudereinigung, Auf- und Abbau von Messen und Ausstellungen, Fleischwirtschaft.

Die Aufzeichnung muss den Startzeitpunkt, das genaue Ende und die Pausenzeiten beinhalten. Deswegen eignet sich ein automatisches Arbeitszeitkonto besonders. Diese Nachweise sind zwei Jahre lang aufzubewahren.

(§ 17 Mindestlohngesetz)


Stundenkonto-Programm

Die Zeiterfassung clockodo ist ein typisches Programm für das Aufzeichnen der Arbeitszeit. In clockodo melden sich Mitarbeiter an, wenn sie kommen, und wieder ab, wenn sie gehen. Die erfassten Ist-Arbeitszeiten werden mit den hinterlegten Soll-Arbeitszeiten verrechnet und füllen somit das Stundenkonto des Mitarbeiters. Auch die Abwesenheiten der Mitarbeiter können über clockodo verwaltet werden. So funktioniert die Zeiterfassungssoftware wie eine digitale Stempeluhr, bei der anstelle von Stempelkarten nur ein Klick notwendig ist.

clockodo bietet zudem viele weitere Funktionen wie die Zuordnung von Zeiteinträgen zu Kunden und Leistungen, die Datenübertragung zu Rechnungsanwendungen, individuelle Berichte und vieles mehr. Das Stundenkonto-Programm ist gedacht für kleine bis mittlere Unternehmen und Selbstständige.