Krankschreibung


Krankschreibung Definition

Wer krank ist und nicht arbeiten kann, lässt sich vom Arzt krankschreiben. Dort bekommt man eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, oft auch einfach Krankschreibung genannt, in zweifacher Ausführung. Beide enthalten das Datum und die Dauer der Krankschreibung sowie den unterschreibenden Arzt. Das Exemplar für die Krankenkasse nennt auch die Art der Erkrankung, das für den Arbeitgeber nicht.

Wie das Wort schon sagt, wird bei einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung die Unfähigkeit bescheinigt, zu arbeiten. Je nach Krankheit und Tätigkeit ist man nicht automatisch arbeitsunfähig. Ein verstauchter Fuß hindert einen Arbeitnehmer nicht an der Arbeit mit Computern. Eine Tätigkeit als Rettungsschwimmer aber ist dann nicht durchführbar.


Ab wann muss man sich krankschreiben lassen?

Arbeitgeber können von ihren Mitarbeiten direkt am ersten Krankheitstag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung verlangen. Das Gesetz sieht eine bescheinigte Unfähigkeit zwar erst dann vor, wenn die Krankheit länger als drei Tage dauert. Der Arbeitgeber ist aber berechtigt, diese Frist zu unterschreiten. Wie lange jemand krankgeschrieben wird, entscheidet der Arzt.


Dauert die Krankheit länger als vom Arzt bescheinigt, ist eine Verlängerung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung notwendig. Eine erneute Krankmeldung beim Arbeitgeber muss mit der Folgebescheinigung erbracht werden.

Bei gesetzlicher Krankenversicherung muss ein Vermerk auf der Bescheinigung stehen, dass auch die Krankenkasse informiert wird.

Es ist nicht vorgesehen, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen in die Vergangenheit zurückzudatieren. Kann ein Arbeitnehmer aber aufgrund seiner Krankheit nicht direkt zum Arzt gehen, kann eine Ausnahme gemacht werden. Dabei muss der Arzt gewissenhaft prüfen, ob eine Erkrankung vorlag und der Arbeitnehmer tatsächlich nicht früher kommen konnte. Auch in einem solchen Fall ist eine Rückdatierung aber nur für höchstens drei Tage möglich.


Wann muss der Arbeitgeber informiert werden?

Bei einer Krankheit ist der Arbeitgeber unverzüglich zu informieren. Das schließt die Information über die voraussichtliche Dauer der Abwesenheit mit ein. Auch Arbeitnehmer im Ausland müssen sich genau so krankmelden und zusätzlich ihren Aufenthaltsort und Kontaktmöglichkeiten nennen.

Es ist sinnvoll, für Krankheitsfälle einen Ansprechpartner im Unternehmen festzulegen. So weiß ein kranker Mitarbeiter, an wen unter welcher Telefonnummer er sich wenden soll.

Eine genaue Regelung für Abwesenheiten ist sinnvoll. Fehlt ein Mitarbeiter, bleibt naturgemäß seine Arbeit liegen. Das kann in einigen Fällen zu Problemen führen, etwa bei Fristen. Arbeitgeber sollten daher bestimmen, welcher Kollege den Erkrankten vertritt oder wie einzelne Aufgaben im Team verteilt werden. Auch bei Krankheit des Arbeitgebers sollte eine Vertretung feststehen, die im Ernstfall auch Entscheidungen treffen darf. Wird eine Vertretung nicht vor einer Krankmeldung festgelegt, entstehen oft Hektik und Unzufriedenheit.


Entgeltfortzahlung bei Krankheit

Was darf man, wenn man krankgeschrieben ist?

Kranke Arbeitnehmer müssen dafür sorgen, dass sie genesen. Das kann je nach Krankheitsbild ganz unterschiedlich aussehen. Bei Grippe kann ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft guttun. Psychischen Erkrankungen kommt oft auch ein Treffen mit Freunden zugute. Besorgungsgänge oder weitere Arztbesuche sind erlaubt, weil sie notwendig sind. Verordnet der Arzt Bettruhe für die Genesung, ist diese aber einzuhalten.

Arbeitgeber dürfen durchaus Zweifel an der Krankschreibung eines Mitarbeiters haben. Allerdings muss dazu eine Krankschreibung „auffällig oft“ vorkommen oder oft an Montagen und Freitagen. Ist der ausstellende Arzt bekannt für häufige Krankschreibungen, ist auch ein Zweifel berechtigt. Hat der Angestellte einfach blaugemacht, muss er mit Konsequenzen rechnen. 

Darf man arbeiten trotz Krankschreibung?

Grundsätzlich ist eine Krankschreibung kein Arbeitsverbot. Allerdings hat der Arbeitgeber eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Angestellten. Es liegt in seinem Ermessen, einen kranken Mitarbeiter nach Hause zu schicken.

Außerdem sollten kranke Beschäftigte bedenken, dass sie Kollegen anstecken könnten. Das führt im schlimmsten Fall dazu, dass nicht nur einer, sondern mehrere Mitarbeiter krank zuhause liegen. Auch kranke Arbeitgeber können andere anstecken.

Wer sich aber vor Ablauf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wieder gut und fähig fühlt, der darf arbeiten.


Krankheit des Kindes

Für Arbeitnehmer besteht auch dann ein Anspruch auf Entgeltfortzahlung, wenn ihr Kind krank ist. Ist ein Mitarbeiter unverschuldet verhindert, führt dies im Regelfall nicht zum Lohnabzug. Kann sich sonst niemand um das Kind kümmern, darf ein Elternteil also zu Hause bleiben. Allerdings sollten solche Gelegenheiten nicht gehäuft vorkommen und der Arbeitgeber muss direkt informiert werden. Der reguläre Urlaub verringert sich dadurch nicht. Beim Arzt bekommen Eltern ein Attest für ihren Arbeitgeber, dass ihr Kind zu Hause betreut werden muss.

Der Arbeitgeber aber kann dies im Arbeits- oder Tarifvertrag ausschließen. Dann zahlt die Krankenkasse.

Nach sechs Wochen greift auch hier unter bestimmten Umständen die Zahlung von Krankengeld durch die Krankenkasse. Dazu darf das Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben.


Krank im Urlaub

Werden Arbeitnehmer im Urlaub krank, können sie sich krankschreiben lassen. Sie bekommen dann ihre Urlaubstage zurück für den Zeitraum der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Krankheitstage ohne Bescheinigung werden nicht gutgeschrieben und es besteht kein weiterer Urlaubsanspruch.


Kündigungsschutz

Liegt ein Mitarbeiter krank zu Hause im Bett, kann ihm durchaus aus anderen Gründen währenddessen gekündigt werden. Die Kündigung ist wirksam, wenn sie nicht anderweitig sozial ungerechtfertigt ist.

Eine Kündigung aus Krankheitsgründen ist ebenfalls zulässig. Dazu muss eine negative Prognose vorliegen, die Krankheit muss also höchstwahrscheinlich auch zukünftig vorhanden sein. Außerdem muss ein wirtschaftlicher Schaden für das Unternehmen entstehen.

Jetzt mit clockodo starten und die Zeiterfassung 14 Tage kostenlos testen.